Nach Kontroverse: Engelsfresko mit Melonis Gesichtszügen wurde übermalt

Zwei gemalte Engel halten ein Wappen mit Kreuz und Krone sowie eine Tafel mit Löwen, umgeben von barocken Verzierungen.
In Rom wurde ein umstrittenes Engelsfresko mit den Zügen von Ministerpräsidentin Meloni vorerst mit Farbe überdeckt, nachdem es für Kontroversen sorgte.

Nach den jüngsten Kontroversen um ein Engelsfresko mit den Gesichtszügen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in der Kirche San Lorenzo in Lucina in Rom ist das umstrittene Bild am Mittwoch vorerst mit Farbe überdeckt worden. Die Übermalung sei eine vorläufige Maßnahme, hieß es aus Kirchenkreisen.

Engel mit Meloni-Ähnlichkeit vorerst übermalt

Über eine endgültige Lösung sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Diese solle gemeinsam mit der zuständigen italienischen Denkmalbehörde sowie dem Vikariat von Rom beschlossen werden.

Starker Zustrom von Besuchern in der Kirche

Die Entfernung des Bildes sei eine Notwendigkeit geworden, sagte der Pfarrer der Kirche, Daniele Micheletti, laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Wegen des Freskos sei es zu einem starken Zustrom von Besuchern gekommen, die nicht zum Gottesdienst oder zum Gebet erschienen seien, sondern ausschließlich wegen des Gemäldes. 

Das Engelsfresko befindet sich neben einer Marmorbüste von Umberto II. von Savoyen, dem letzten König Italiens. Der Engel hält ein Pergament mit einer Landkarte Italiens.

Künstler gilt als Meloni-Sympathisant 

Die Tageszeitung La Repubblica hatte am Samstag über die auffällige Ähnlichkeit des Engels mit Meloni berichtet. Der 82-jährige Künstler Bruno Valentinetti, der das Fresko restauriert hatte, gilt als Sympathisant der Regierungschefin. Die Opposition hatte daraufhin Kulturminister Alessandro Giuli aufgefordert, die für Archäologie und Kunstgeschichte zuständige römische Behörde mit einer Prüfung zu beauftragen.

Roms Denkmalbehörde prüft Archivunterlagen

Die Denkmalbehörde der Stadt Rom leitete daraufhin eine interne Untersuchung ein. Anhand von Archivunterlagen, Fotografien und Entwurfszeichnungen soll geklärt werden, ob das aktuelle Erscheinungsbild von der ursprünglichen Fassung abweicht.

Die Basilika liegt im historischen Zentrum Roms und gehört zum UNESCO-Welterbe. Auch wenn das Fresko nicht als antikes Kunstwerk gilt, sind Eingriffe genehmigungspflichtig. Eine Veränderung des Engelsgesichts sei den zuständigen Stellen nicht gemeldet worden, hieß es. Die Untersuchungen dauern an, eine abschließende Entscheidung steht noch aus.

Seit Samstag strömten Hunderte Menschen in die Basilika, um das Fresko aus der Nähe zu betrachten. Der bekannte italienische Komiker Fiorello scherzte im Radio: "Der Engel Meloni schafft ein Wunder und bringt die Römer wieder in die Kirche."

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