Der Horrorunfall löst viele Fragen aus

© via REUTERS/SCOTT J. ENGLE

Chronik Welt
04/20/2021

Elon Musk: Teslas Unfallwagen fuhr nicht mit Autopilot

Elon Musk sieht sich nach dem schweren Unfall mit zwei Toten in Texas zu Unrecht angegriffen.

von Dirk Hautkapp

 Elon Musk sieht sich nach dem schweren UnglĂŒck eines Wagens seiner E-MobilitĂ€tsmarke Tesla mit zwei Toten in Texas zu Unrecht angegriffen. Via Twitter widersprach der Multi-MilliardĂ€r der Annahme, dass der Unfall in Spring bei Houston auf ein Assistenzsystem zurĂŒckgegangen sein könnte, das nach Angaben von Kritikern suggeriert, Tesla-Fahrzeuge ließen sich tatsĂ€chlich ohne Menschenhand steuern.

Weder sei nach vorlĂ€ufigen Untersuchungen im Unfall-Fahrzeug das Assistenzsystem eingeschaltet gewesen, erklĂ€rte Musk im Kurzmitteilungsdienst. Und selbst wenn, hĂ€tte es nicht funktioniert, da die Straße, auf der die beiden MĂ€nner (59 und 69 Jahre alt) bei hoher Geschwindigkeit in einer Kurve vor einen Baum fuhren, keine Linienbegrenzungen besitzt, die fĂŒr die Orientierung des Auto-Piloten unabdingbar seien.

Auch habe der 80 000 $-Wagen die Premiumstufe, das sogenannte „Full Self-Driving”-Paket (ĂŒbersetzt: komplett selbstfahrend), nicht enthalten. Musks Reaktion sorgte am Abend fĂŒr Aufsehen in den USA. Sein Unternehmen, das an der Börse bis zu 3,4 Prozentpunkte einbĂŒĂŸte und mehrere Milliarden Dollar an Wert verlor, hatte bis dahin jede Auskunft zum Unfallgeschehen verweigert. Dabei war klar, dass der Konzern in Echtzeit Daten seiner Autos aufzeichnet, die auf die Sekunde genau festhalten, wann etwa vor einem Unfall zuletzt das Steuerrad betĂ€tigt wurde.

Tote auf Beifahrersitz und auf der RĂŒckbank

Die Polizei im zustĂ€ndigen Harris County, die Tesla heute einen Durchsuchungsbefehl zur Datensicherung zustellen will, hatte angegeben, dass man „zu fast 100 Prozent” sicher sei, dass bei dem Crash niemand am Steuer der komplett ausgebrannten Limousine gesessen habe. Ein Toter war demnach auf dem Beifahrersitz, der andere auf der RĂŒckbank.

Laut Tesla-Insidern wĂ€re ein lĂ€ngeres fĂŒhrerloses Fahren gar nicht möglich gewesen. Sensoren meldeten, wenn der Fahrer fĂŒr mehr als zehn Sekunden die HĂ€nde nicht am Lenkrad hat. ZunĂ€chst gebe es Warntöne. Danach schalte sich die Auto-Pilot-Funktion eigenstĂ€ndig ab. Gleichwohl ermittelt die zustĂ€ndige US-Aufsichtsbehörde NHTSA nach eigenen Angaben in 27 UnfĂ€llen, bei denen Tesla-Assistenzsysteme eine Rolle spielten.

Die Unfall-Behörde NTSB entsandte zwei Experten nach Texas, die seit gestern Zeugen vernehmen und den Zwischenfall aufklĂ€ren sollen. Elon Musk hatte Tesla erst Ende vergangener Woche fĂŒr seine angeblich zehn Mal geringere Unfall-Bilanz im Vergleich zu Autos ohne Assistenzsysteme gelobt.

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