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Chronik Welt
01/13/2022

Der König, der vor Südafrikas Präsidentenpalast Cannabis anbaute

Seit 2018 campieren Aktivisten der indigenen Khoisan-Gemeinde vor der südafrikanischen Regierung. Ihr Anführer wurde nun wegen Hanfanbaus festgenommen.

Verzweifelt klammert sich "König Khoisan" an eine mannshohe Cannabispflanze. Doch die Polizei gibt sich erbarmungslos. Einer der Aktivisten ruft in der Afrikaans-Sprache: "Für Pflanzen? Für Pflanzen? Ihr seid Schund in Uniformen!"

2018 schlugen Aktivisten der indigenen Khoisan-Gemeinde ihr Lager auf einer Grünfläche vor dem Sitz der südafrikanischen Regierung auf, um für die Anerkennung ihrer Sprache zu werben.

Vor etwa einem halben Jahr dürften sie begonnen haben, in einem Gemüsegarten unweit der Nelson-Mandela-Statue Gras anzubauen. Zwar ist der private Konsum 2018 entkriminalisiert worden, das hier sei aber etwas anderes, glauben die Behörden.

Die Khoisan-Leute hätten die Pflanzen aus medizinischen Gründen gegen Krebs und Bluthochdruck angebaut, meint die Frau des "Königs", "Königin Cynthia".

Verstoß gegen Corona-Regeln

Die Khoisan sind vermutlich die älteste heute noch existierende Menschengruppe, sicher sind sie die ältesten Einwohner Südafrikas. In der Apartheit unterdrückt, wurden sie danach weitgehend ignoriert. Mehrere hunderttausend Menschen werden zur Gruppe der Khoisan gerechnet. 

An dem Polizeieinsatz waren rund zwei Dutzend Polizisten beteiligt, einige auf Pferden und mit Spürhunden. Die Beamten teilten mit, dass drei Männer und eine Frau festgenommen worden seien. Den Festgenommenen wird Handel mit Cannabis, illegaler Anbau der Pflanze und Missachtung der Verpflichtung zum Tragen einer Mundschutz-Maske zur Last gelegt.

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