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Chronik Welt

Chemnitz feiert Karl Marx: Wahrzeichen wird 50

Sieben Meter groß und 40 Tonnen schwer ist das Monument. Und bis heute umstritten. Die Chemnitzer haben es lieben gelernt.

10/07/2021, 11:22 AM

Monumental thront in Chemnitz der riesige Kopf von Karl Marx über den Passanten, streng in die Ferne blickend. Auf seinem Sockel hat der 40 Tonnen schwere und sieben Meter große Bronze-Koloss des russischen Bildhauers Lew Kerbel (1917-2003) den Untergang der DDR überdauert. Nun wird die Skulptur 50 Jahre alt.

Am Samstag wird gefeiert, mit Fakten zu Entstehungsgeschichte und Bedeutung des Denkmals, einer Ausstellung mit dem Titel "DENKmal Karl Marx - propagiert, verschmäht, vermarktet" und Auftritten von Bands.

250.000 Menschen sollen am 9. Oktober 1971 die feierliche Enthüllung des Monuments im Herzen von Karl-Marx-Stadt verfolgt haben. Zwei Tage nach dem Jahrestag der DDR lobte Staatschef Erich Honecker laut staatlicher Nachrichtenagentur ADN das Denkmal als "Symbol unseres unzerstörbaren Bruderbundes mit dem Lande Lenins". Es gilt bis heute als zweitgrößte Porträtbüste der Welt nach dem Lenin-Kopf im sibirischen Ulan Ude.

Wurden vielerorts DDR-Denkmäler nach der Wiedervereinigung gestürzt, blieb der Marx-Kopf blieb, sorgte aber immer wieder für Debatten. So soll der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) gedroht haben, "künftig keine Finanzen mehr in den Osten zu schicken, wenn Chemnitz für so etwas Geld ausgibt".

Heute sagt der Generaldirektor der Chemnitzer Kunstsammlungen, Frédéric Bußmann: "Der Marx-Kopf ist popkulturell adaptiert und umgedeutet worden."  "Nischel" nennen die Chemnitzer die Statue mittlerweile liebevoll, das sächsische Wort für Kopf.

Marx auf der Kaffeetasse

Souvenirs mit dem Marx-Konterfei gibt es bis heute in der Stadt reichlich zu kaufen: von Tassen und Kaffee bis hin zu Ausstechform und USB-Stick. Die örtliche Sparkasse bietet Kreditkarten sowohl mit dem Fotomotiv der Büste als auch abgewandelt im Pop-Art-Stil an. Der Marx-Kopf sei das beliebteste Bildmotiv bei den Kreditkarteninhabern, erklärte ein Sprecher des Geldinstituts. Regelmäßig gebe es auch Anfragen aus dem Ausland.

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