Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Wal-Abtransport schon am Dienstag? Wie es jetzt mit Timmy weitergeht

Der Lastkahn wird am Nachmittag in Wismar erwartet. Zuletzt kam es aber wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen.
Wal-Abtransport schon am Dienstag? Wie es jetzt mit Timmy weitergeht

Zusammenfassung

  • Ein seit fast einem Monat vor Poel gestrandeter Buckelwal soll diese Woche mithilfe eines Lastkahns abtransportiert werden.
  • Technische Vorbereitungen und das Ausbaggern einer über 100 Meter langen Rinne sollen den Wal in den absenkbaren Kahn lotsen.
  • Politiker und Helfer hoffen nach mehreren Verzögerungen weiterhin auf eine erfolgreiche Rettung des offenbar erkrankten Tieres.

Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel bei Wismar gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Der für den Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals vorgesehene Lastkahn wird am Nachmittag in Wismar erwartet. Im dortigen Seehafen soll er nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel für die Aufnahme des Wals vorbereitet werden. Laut Schiffsortungsdiensten hatte der Schlepper „Robin Hood“, der die sogenannte Barge zieht, am Morgen Fehmarn passiert. Die Geschwindigkeit des Verbands ist nach früheren Aussagen Babbels wegen der Barge begrenzt. 

Nach bisherigen Angaben soll der Wal am Dienstag in die Barge aufgenommen und dann samt Wasser lebend Richtung Nordsee transportiert werden. Vom Schubboot „Hans“ geschoben war die Barge in der Nacht zu Montag in Kiel angekommen. Zuvor hatte sie aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal passiert. In der Ostsee hatte der Schlepper „Robin Hood“ den Lastkahn übernommen.

Große Hoffnung bei Ansteigen des Pegels

Seit dem Start der Rettungsbemühungen der privaten Initiative Mitte April kam es wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen – unter anderem, weil der Wal sich vor einer Woche nach einem Ansteigen des Pegels selbst in Bewegung gesetzt hatte, später aber wieder festsaß.

Seitdem hat das Team der privaten Initiative dafür gesorgt, dass das Tier auch bei niedrigeren Wasserständen tiefer im Wasser liegt, und eine Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült.

Durch die mehr als 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.

Politiker auf Tuchfühlung

Am Sonntag wurde erneut an der Rinne gearbeitet und der Zustand des Wals kontrolliert. Dabei war auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ins Wasser und auf Tuchfühlung gegangen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte er am Sonntag. "Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg."

Der laut Backhaus rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf; später saß er weiter westlich vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

Kommentare