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Chronik Welt

Auto-Vorfall in Volkmarsen: Fast 60 Verletzte

Fahrer war nicht betrunken, beinahe 60 Menschen verletzt, am Abend findet ein Trauergottesdienst statt.

02/25/2020, 01:19 PM

Der Mann, der am Montag mit einem Auto in der nordhessischen Stadt Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren ist, war nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag. Bislang sei der Mann nicht vernehmungsfÀhig.

Der 29-JĂ€hrige war in der nordhessischen Stadt mit einem Auto in einen Rosenmontagszug gefahren. Bei dem Vorfall wurden fast 60 Menschen verletzt. Auch der Fahrer zog sich den Angaben zufolge Verletzungen zu. Der Mann wurde vorlĂ€ufig festgenommen. Das Motiv des deutschen StaatsbĂŒrgers, der aus Volkmarsen kommt, ist noch unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich indes „tief erschĂŒttert“ ĂŒber den Vorfall. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich wĂŒnsche den Verletzten von Herzen eine vollstĂ€ndige Genesung“, sagte er laut einer Mitteilung vom Dienstag auf Facebook. Steinmeier dankte zudem den Helfern: „Mein Dank gilt den EinsatzkrĂ€ften vor Ort.“ Am Abend soll ein Gottesdienst fĂŒr die Opfer stattfinden.

Der Tatort in Volkmarsen wurde am Dienstag wieder freigegeben. Die Straße in der Innenstadt werde noch gereinigt und sei dann wieder fĂŒr FußgĂ€nger und Autofahrer nutzbar, sagte ein Polizeisprecher vor Ort.

JĂŒngster Verletzter drei Jahre alt

Bei dem Vorfall wurden fast 60 verletzt, darunter viele Kinder. Am Dienstag befanden sich noch 35 Menschen in stationĂ€rer Behandlung, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Weitere 17 Menschen wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18, das jĂŒngste sei drei Jahre alt. Wie stark die Kinder verletzt sind, war zunĂ€chst unklar.

Ein sogenanntes Gaffervideo hatte am Montag auch zu einer zweiten Festnahme gefĂŒhrt. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sagte, gegen den Festgenommenen werde wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen“ ermittelt. Ob es darĂŒber hinaus einen Zusammenhang zu dem Vorfall gegeben habe, mĂŒsse noch ermittelt werden.

Noch am spĂ€ten Montagabend hatte die Polizei vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des TĂ€ters gewarnt. „Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den TĂ€ter“, schrieb die Polizei Nordhessen bei Twitter. „Teilen Sie keine Falschnachrichten!“, hieß es. Dazu stellte sie ein Bild, auf dem mehrere Menschen zu sehen sind, die neben einem Auto stehen. Ihre Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Es wĂŒrden derzeit Fotos kursieren, die angeblich die Festnahme des TĂ€ters zeigen sollen, hieß es in dem Tweet.

Die Karnevalisten in Hessen sagten eine Reihe geplanter UmzĂŒge fĂŒr Dienstag ab - viele hielten jedoch auch an ihren PlĂ€nen fest. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass sich die GefĂ€hrdungslage fĂŒr die noch geplanten UmzĂŒge im Land erhöht habe, teilte das hessische Innenministerium mit. Die Veranstalter der UmzĂŒge wurden jedoch nachdrĂŒcklich dazu aufgefordert, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu ĂŒberprĂŒfen und bei Bedarf anzupassen.

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