Sexueller Missbrauch: Ex-Bischof in Australien schuldig gesprochen
Zusammenfassung
- Der frühere Bischof von Broome, Christopher Saunders, wurde in Australien wegen sexueller Übergriffe auf zwei junge indigene Männer in 13 Fällen schuldig gesprochen.
- Das Gericht verurteilte den 76-Jährigen einmal wegen sexueller Penetration und zwölfmal wegen unsittlicher Übergriffe; über das Strafmaß soll am 21. September entschieden werden.
- Der amtierende Bischof Timothy Norton bat im Namen der Diözese um Entschuldigung und würdigte den Mut der Opfer sowie die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Der emeritierte Bischof von Broome in Australien, Christopher Saunders, ist wegen sexueller Übergriffe auf zwei junge indigene Männer schuldig gesprochen worden.
Ein Geschworenengericht am District Court von Western Australia befand den 76-Jährigen laut Kathpress in 13 Fällen für schuldig: einmal wegen sexueller Penetration und zwölfmal wegen unsittlicher Übergriffe. Saunders war von 1996 bis 2021 Bischof der im Nordwesten Australiens gelegenen Diözese Broome.
Freispruch in sechs Anklagepunkten
Ursprünglich war Saunders wegen einer Reihe von Sexualstraftaten gegen drei junge Männer angeklagt. Sechs Anklagepunkte endeten nun mit einem Freispruch, weitere wurden im Laufe des Verfahrens fallengelassen. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Jahre 2008 bis 2019.
Saunders hatte die sexuellen Übergriffe bestritten. Nach dem Schuldspruch vom Mittwoch wurde er bis zu einer weiteren Gerichtsverhandlung am 21. September in Untersuchungshaft genommen. Dann soll über das Strafmaß entschieden werden.
Der aktuelle Diözesanbischof von Broome, Timothy Norton, zeigte sich tief betroffen und bat im Namen der Diözese um Entschuldigung. In einem Hirtenbrief an die Katholikinnen und Katholiken der Kimberley-Region dankte der Steyler Missionar der Polizei und der Staatsanwaltschaft von Western Australia dafür, den Fall vor ein Geschworenengericht gebracht zu haben.
Besonders würdigte er den Mut der Opfer, Überlebenden und anderen Zeugen, die sich zu Wort gemeldet hätten. Sie hätten es verdient, „mit Mitgefühl gehört und mit Würde behandelt“ zu werden. Zugleich äußerte Norton sein Bedauern darüber, dass es so lange gedauert habe, bis ihre Stimmen gehört und ihr Leid anerkannt worden sei.
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