Probleme nach Après-Ski: Betrunkene Skifahrer randalieren in Bussen
Nach mehreren Übergriffen auf Busfahrer in der norditalienischen Skisport-Ortschaft Madonna di Campiglio reagieren die Trentiner Behörden mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Auslöser war ein Vorfall Mitte Dezember, als zwei Busfahrer an der Haltestelle Javrè von einem jungen Mann angegriffen wurden.
Nach Après-Ski: Jugendliche randalieren und belästigen Fahrgäste
Der Fall machte ein weit verbreitetes Problem sichtbar: Jugendliche steigen nach dem Après-Ski alkoholisiert in die Busse, randalieren und belästigen Fahrgäste wie Personal.
Der für Verkehr zuständige Trentiner Landesrat Mattia Gottardi bestätigte die Schwierigkeiten bei den abendlichen Fahrten in Campiglio, vor allem an Wochenenden. In Zusammenarbeit mit der Polizei, der Nahverkehrsgesellschaft Trentino Trasporti und den Gemeinden würden derzeit Maßnahmen geprüft, um die Sicherheit von Fahrern und Passagieren zu erhöhen.
Einführung spezieller Buslinien in Diskussion
Konkret ist eine verstärkte Präsenz der Carabinieri und der Gemeindepolizei an kritischen Haltestellen in Madonna di Campiglio und Tione vorgesehen. Schon die sichtbare Präsenz der Einsatzkräfte könne abschreckend wirken, auch wenn rechtliche Grenzen für ein Eingreifen ohne konkrete Straftat bestünden. Eine generelle Zugangssperre für alkoholisierte Fahrgäste hält Gottardi hingegen für kaum praktikabel, da eine Vorauswahl nach äußerem Eindruck rechtlich und praktisch schwierig sei.
Als Zwischenlösung wurde in der Weihnachtszeit bereits der Einsatz von zwei Kontrolleuren pro Bus erprobt, die den Einstieg ordnen und bei Bedarf die Polizei verständigen. Die ersten Ergebnisse seien "ermutigend", auch wenn Probleme wie die starke Verschmutzung der Fahrzeuge weiter bestünden.
Zusätzlich prüft Trentino Trasporti die Einführung spezieller Buslinien für Après-Ski-Besucher, um den regulären Linienverkehr zu entlasten. Diese könnten zeitlich angepasst werden, damit Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe nicht verdrängt oder an Bord beleidigt werden. Das Thema wird weiterhin im Koordinierungsgremium für öffentliche Ordnung unter Leitung des Polizeichefs behandelt.
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