Leipzig-Amokfahrer kündigte Tat an: "Lange kein Auto mehr in Menschenmenge gefahren"
Zusammenfassung
- Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig kündigte seine Tat im April in einer Chatnachricht an seine Frau an.
- Der Mann war psychisch auffällig, wurde im April stationär behandelt und seine Frau hatte mehrfach Anzeige erstattet.
- Bei der Amokfahrt in Leipzig starben zwei Menschen, sechs wurden verletzt; das Motiv ist weiterhin unklar.
Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig hat seine Tat nach übereinstimmenden Medienberichten bereits im April angekündigt. Der 33-jährige Deutsche schrieb in einer Chatnachricht an seine Frau, es sei "lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren". Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte das. Die Chatnachricht habe ihr allerdings erst am Abend der Tat und im Zuge der Ermittlungen nach der Amokfahrt vorgelegen.
Mann drohte Mitglieder der Familie zu töten
Der Mann soll zum Zeitpunkt der Tat von seiner Partnerin bereits getrennt gelebt haben. Die Polizei bestätigte auch Angaben, wonach er vor der tödlichen Amokfahrt mehrere Drohungen gegen sie und sein soziales Umfeld ausstieß. Im April erstattete die Frau zudem mehrere Anzeigen gegen ihren Ehemann, wegen Bedrohung, Verleumdung und Beleidigung. Mindestens einmal hatte der Tatverdächtige demnach gedroht, andere Mitglieder der Familie zu töten. Wie mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen gegenüber der Zeit sagten, soll er an einer Psychose leiden und selbst davon gesprochen haben, wahnhafte Stimmen zu hören.
Behandlung in psychiatrischem Spital im April
Nachdem er die Chatnachricht versandt hatte, begab sich der 33-Jährige am 17. April freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus. Am 29. April verließ er die Klinik wieder. Noch am selben Abend kam es den Recherchen der Zeit zufolge zu einem weiteren Polizeieinsatz bei der Ehefrau und dem gemeinsamen Kind. Das bestätigte der Sprecher der Leipziger Polizei ebenfalls auf Anfrage.
Weitere Maßnahmen, außer einem Hinweis an das Gesundheitsamt, gab es bis zur Tat am Montagabend aber offenbar nicht. Man werde den "ganzen Einsatzverlauf" aufarbeiten, gab der Polizeisprecher an, bisher lägen jedoch keine Hinweise auf Versäumnisse vor.
Zwei Tote und sechs Verletzte
Der in Leipzig wohnhafte Mann war am Montagnachmittag in der Innenstadt von Leipzig mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone gerast. Er erfasste mehrere Menschen, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Sechs weitere Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden nach Ermittlerangaben verletzt, zwei von ihnen schwer - ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau. Alle seien inzwischen außer Lebensgefahr.
Das Motiv des Mannes war weiter unklar. Den Ermittlern zufolge gab es keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund. Der Beschuldigte ist inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden.
Kommentare