21 Rinder eines Hofs in Vorarlberg wegen TBC-Fällen getötet

Mehr als die Hälfte des Bestands war infiziert - sechs Tiere in Kontaktbetrieb getötet - insgesamt sechs Höfe derzeit gesperrt.
Mehrere Kälber mit Ohrmarken stehen eng hinter Metallgittern in einem Transporter.

In einem Landwirtschaftsbetrieb im Bezirk Dornbirn sind am Mittwoch alle 21 Rinder des Hofs wegen gehäufter TBC-Fälle getötet worden. Die Maßnahme war nötig, weil bei mehr als der Hälfte der Tiere der Tuberkulose-Erreger nachgewiesen wurde. Da mehrere Rinder des Hofs kürzlich in einen anderen Betrieb verbracht wurden, wurde auch dieser vorsorglich gesperrt. Sechs Tiere wurden dort diagnostisch getötet, die weiteren Untersuchungen liefen, so das Land Vorarlberg am Donnerstag.

Der von der Bestandstötung betroffene Betrieb sei bei früheren Untersuchungen zunächst unauffällig gewesen. Nach der Schlachtung eines der Tiere und bei einem verendeten Tier seien dann aber TBC-verdächtige Lungenveränderungen festgestellt worden, in der Folge wurden alle Tiere getestet. Die Fälle stünden in Zusammenhang mit einem Alm-Aufenthalt außerhalb Vorarlbergs vergangenen Sommer, hieß es.

Derzeit sechs Vorarlberger Höfe gesperrt

Damit sind laut Landesangaben aktuell sechs Höfe - zwei im Bezirk Bregenz, drei im Bezirk Dornbirn und ein Betrieb im Bezirk Bludenz - gesperrt. Vier der Sperren stünden in Zusammenhang mit dem Aufenthalt auf einer Alm außerhalb Vorarlbergs. In vier Betrieben habe man die Sperren inzwischen aufgehoben, weil die Nachuntersuchungen negativ verliefen.

Die Rindertuberkulose, die sich vom Wild auf Nutztiere überträgt, sorgt seit Jahren für Schaden in der Vorarlberger Landwirtschaft. Maßnahmen in den Betrieben, in der Jagd und umfangreiche Tests sollen die Erkrankung zurückdrängen. Als Hauptquelle der Ansteckung der Rinder gilt der Kontakt mit TBC-infiziertem Rotwild während des Alpsommers. Grünen-Landwirtschaftssprecherin Christine Bösch-Vetter mahnte am Donnerstag in einem Landtagsantrag von der Landesregierung mehr Nachdruck bei der Bekämpfung ein. Es brauche ein umfassendes Konzept, das sowohl den Ausstieg aus der Wildtierfütterung als auch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern umfasse.

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