Tiroler Bio-Bauern sehen Mercosur-Abkommen "gechillt"
Die bergbäuerliche Bio-Landwirtschaft trotzt den Krisen (Symbolfoto)
Vor einem Jahr hätte er noch "nicht unterschrieben", dass man nun derartige Zuwächse für das Jahr 2025 präsentieren kann, sagt Björn Rasmus, Geschäftsführer von Bioalpin, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Die Erzeugergenossenschaft steckt hinter der größten Bio-Marke Österreichs in alleiniger Bauernhand: "Bio vom Berg".
Über diese Schiene werden die Produkte von rund 600 Tiroler Landwirten vertrieben. Der Umsatz stieg 2025 um 6,8 Prozent auf 16,5 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Tochtergesellschaft "Tiroler Bauernprodukte" ergibt sich sogar ein Umsatz von 17,2 Millionen Euro - ein Plus von 7,6 Prozent.
Der Krise getrotzt
"Wir sind trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen gewachsen", freut sich Bioalpin-Obmann Simon Wolf. Gemeint ist vor allem die Teuerungskrise, die Konsumenten, aber auch den energieintensiven Produktionsbetrieben in der Landwirtschaft zusetzt. "Wir haben eine sehr bewusste Kundenschicht", ist Wolfs Erklärung.
Die Vergangenheit zeige, dass man aus Krisen meist gestärkt hervorgegangen ist - so auch jetzt. "Nach einer kurzen Phase der Stagnation infolge der Inflation sehen wir wieder eine verlässliche Nachfrage und ein ansprechendes Wachstum", bilanziert der Bioalpin-Obmann.
Angesprochen auf das - vorerst vom Europäischen Parlament ausgebremste - EU-Handelsabkommen Mercosur mit vier südamerikanischen Ländern platzt bei ihm im Gegensatz zu vielen Landwirten in Österreich und ganz Europa nicht die Hutschnur. "Unser Werteversprechen werden uns die Mercosur-Länder nicht nachmachen können."
Chance für verpflichtende Herkunftsbezeichnung
Darum sehe er den Deal "gechillt" und in dem Abkommen sogar "die Chance, endlich verpflichtende Herkunftsbezeichnungen in der Gastronomie durchzusetzen."
Könnten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vielleicht sogar ein Exportmarkt für die Premium-Lebensmittel von "Bio vom Berg" sein? "Ich will nicht ausschließen, dass wir irgendwann in diesen Ländern auftauchen. Wir sind ein verrückter Haufen", sagt Wolf schmunzelnd. "Aber wir sehen noch sehr viel Handlungsbedarf in Deutschland."
Bio-Fachmesse in Nürnberg
Dort ist der Bio-Markt immerhin 18 Milliarden Euro schwer. Kommende Woche wird man sich unter dem Dach der Marke Tirol auf der "Biofach" in Nürnberg - der größten Bio-Fachmesse weltweit mit 35.000 Besuchern aus 140 Ländern - mit einem großen Stand präsentieren.
Wolf blickt dieser Tage aber auch Richtung Italien zu den Olympischen Spielen. Und das nicht aus purer Sportbegeisterung. Dort landet "Bio vom Berg" im Österreich-Haus auf den Tellern von Athleten und Besuchern. "Wir haben das gesamte Fleisch- und Käseangebot geliefert", sagt Wolf voller Stolz.
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