Stark gesunken: Inflation liegt nur noch bei 2 Prozent

Inflation Symbolbild
Die Regierung sieht sich bei ihrem 2-Prozent-Ziel "auf Kurs". Welche Effekte die Inflation so rasch gesenkt haben.

Im Vorjahr betrug die Jahresinflation in Österreich 3,6 Prozent. Heuer will die Bundesregierung diese auf 2 Prozent senken. Und das könnte gelingen: Die Inflation in Österreich hat sich tatsächlich deutlich abgeschwächt. 

Im Jänner lagen die Preise im Schnitt um 2 Prozent über jenen vom Jänner 2025, wie die Statistik Austria am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Ausschlaggebend für die im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Teuerung sei das Ende des sogenannten Basiseffektes bei Strom und Preisrückgänge bei Energie generell.

"Dämpfende Effekte"

Was ist der Basiseffekt? Die Inflationsrate bildet immer den Vergleich zum Preisniveau des Vorjahres ab. Anfang 2025 lief etwa die Strompreisbremse aus, wodurch Energie im Vergleich zum Jänner 2024 deutlich teurer wurde. Dieser "Basiseffekt" fällt nun weg. "Dämpfende Effekte gingen von Strom, Gas, Heizöl und Treibstoffen sowie von Industriegütern aus", so Generaldirektorin Manuela Lenk

Industriegüter verteuerten sich laut Statistik Austria mit einem Plus von 0,8 Prozent nur minimal im Vergleich zum Jänner 2025. Die Preise für Dienstleistungen waren mit einem Plus von 3,8 Prozent weiterhin Inflationstreiber, aber ihr Einfluss auf die Inflation verringerte sich im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten. 2025 hatten Teuerungsraten bei Dienstleistungen deutlich über 4 Prozent betragen, weshalb ihr Einfluss auf die Gesamtinflation entsprechend höher war als aktuell.

Regierung erfreut

Regierungsvertreter reagieren erfreut auf die Nachricht. Die Nachricht sei kein Zufall, "sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen", so Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Die zahlreichen Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Teuerung würden nun ihre Wirkung entfalten, sagt Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP).

Vizekanzler Andreas Babler und Finanzminister Markus Marterbauer (beide SPÖ) meinen in einer gemeinsamen Aussendung, die Maßnahmen in Bereichen Energie, Wohnen und Lebensmitteln hätten eine spürbare Erleichterung für die Bevölkerung gebracht und die Teuerung eingebremst. 

Welche Maßnahme wirkt jetzt?

Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel gilt erst ab Juli 2026. Welche Maßnahmen der Regierung könnten die Inflation bereits im Jänner gesenkt haben? Laut Kanzleramt etwa die Senkung der Elektrizitäts- und Ökostromabgaben oder "das Bremsen der Netzkostensteigerungen". Babler führt zudem die Mietpreisbremse als Maßnahmen ins Feld, die bereits jetzt die Inflation senke.

Der Vizekanzler meint aber auch, dass das Günstiger-Stromgesetz samt Sozialtarif bereits jetzt Auswirkungen auf die Energiepreise hätten. Das Gesetz gilt allerdings erst ab 1. April. Marterbauer meint: "Der Rückgang der Inflationsrate geht deutlich über den Basiseffekt des Preisschubs durch die am Jahresbeginn 2025 ausgelaufene Strompreisbremse hinaus". Die Regierung arbeite mit "gezielten Preiseingriffen".

FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger attestiert der SPÖ, auf "billige Marketingschmähs" hereinzufallen. Weder der Industriestrompreis noch der "Österreich-Tarif" des Verbund seien bislang Realität. "Der sogenannte Sozialtarif tritt frühestens im April in Kraft und gilt zudem nur für einen sehr kleinen Bezieherkreis. Als große Entlastung kann man das beim besten Willen nicht verkaufen."

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sieht ein "Etappenziel" erreicht. Die Regierung habe zahlreiche, auch unpopuläre, Maßnahmen gesetzt. "Der deutliche Rückgang der Teuerung bestätigt, dass wir an den richtigen Stellschrauben drehen."

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