Steirer (70) verlor über gefälschte FinanzOnline-Website rund 100.000 Euro
Betrüger zocken mit geschickten Anrufen immer wieder Ältere ab.
Ein 70-jähriger Leobener hat bei einem Online-Betrug einen hohen Geldbetrag verloren, so die Landespolizeidirektion am Freitag. Der Mann hatte kürzlich ein E-Mail erhalten, demgemäß seine FinanzOnline-Daten ablaufen würden. Nachdem er auf einer gefälschten Finanz-Site Kontoinformationen eingegeben hatte, kontaktierte ihn einige Tage darauf ein angeblicher Bankmitarbeiter.
Dieser drängte ihn zu einer Erhöhung des Überweisungslimits, am Ende wurden knapp 100.000 Euro abgebucht. Der Obersteirer war über den im Mail angegebenen Link auf eine täuschend echt aussehende Finanz-Webseite geraten, auf der persönliche Daten wie beispielsweise Kontoinformationen einzugeben waren.
Perfider Trick
Dann meldeten sich die Täter mit einem perfiden Trick: Ein hochdeutsch sprechender „Bankmitarbeiter“ forderte ihn telefonisch auf, angebliche widerrechtliche Zugriffe auf sein Konto zu stornieren. Bei diesem „Spoofing-Anruf“ manipulierten die Betrüger die am Handydisplay des Steirers angezeigte Nummer.
In einem mehr als eineinhalb Stunden andauernden Gespräch und durch geschickte Dialogführung gelang es dem Betrüger schließlich, den 70-Jährigen zur Bestätigung einer Push-Nachricht in der Bank-App zu bewegen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Freigabe eines höheren Überweisungslimits.
Durch zwei daraufhin durchgeführte Überweisungen verlor der Pensionist eine knapp sechsstellige Euro-Summe. Noch während des Telefonats kontaktierte die Ehefrau des 70-Jährigen die ihr namentlich bekannte Betreuerin der Bank. Sie wies die Pensionisten an, sämtliche Überweisungen sofort zu stoppen und keine Freigaben mehr zu tätigen.
Bankkonto sofort gesperrt
Auch das betroffene Bankkonto wurde sofort gesperrt. Der Kriminaldienst des Bezirks- und Stadtpolizeikommandos Leoben nahm die Ermittlungen auf. Polizei und Finanz warnten zum wiederholten Male vor derartigen Betrugsmaschen.
Das Finanzministerium betonte, dass es niemals Nachrichten mit Links zur Übermittlung von persönlichen Daten wie Passwörtern oder Kontoinformationen versende. Man solle keinesfalls den Anweisungen solcher Nachrichten folgen und auf keine Links oder Dateien klicken
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