Murtal: Bergung der drei Lawinenopfer angelaufen
Zusammenfassung
- Drei tschechische Skitourengeher kamen am Samstag bei einem Lawinenunglück am Schönfeldspitz in der Steiermark ums Leben.
- Die Bergung der Toten und die Ermittlungen der Alpinpolizei begannen am Sonntagmorgen, nachdem schlechtes Wetter den Einsatz am Samstag verhindert hatte.
- Rund 150 Einsatzkräfte, darunter Bergrettung, Alpinpolizei und Notarzthubschrauber, waren an der Rettungsaktion beteiligt.
Im obersteirischen Pusterwald haben am Sonntag in der Früh die Arbeiten der Bergrettung und der Alpinpolizei zur Bergung der bei einem Lawinenunglück am späten Samstagnachmittag ums Leben gekommenen drei tschechischen Tourengeher begonnen.
Das Unglück geschah bei der Abfahrt der siebenköpfigen Gruppe im Bereich des 2.202 Meter hohen Schönfeldspitz, wie die Bergrettung auf APA-Anfrage mitteilte. Am Samstag hatte für den Einsatz zu schlechtes Wetter geherrscht.
Zu dunkel für Bergung am Samstag
Die Bergung war am Samstag nicht mehr möglich, denn es herrschte Wind und Nebel, zudem war es bereits dunkel. In den Niederen Tauern galt Lawinenwarnstufe zwei bis drei auf der fünfteiligen Skala. Die Alpine Einsatzgruppe Murtal war um 16.24 Uhr zu dem Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Pusterwald alarmiert worden. Da begann es aufgrund der Witterung bereits dunkel zu werden.
Sieben tschechische Skitourengeher waren einige Kilometer westlich von Pusterwald im Bereich des Schönfeldspitz unterwegs gewesen, als die Lawine abging. Drei wurden erfasst und vollständig verschüttet. Die Einsatzkräfte konnten zwar die Verschütteten lokalisieren, doch nur teilweise ausgraben. Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte nur mehr der Tod der drei Verunglückten festgestellt werden. Die vier anderen Personen, die nicht von der Lawine erfasst worden waren, wurden aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt.
Alpinpolizei übernahm Ermittlungen
Die Einsatzkräfte hatten sich am Sonntag in der Früh wieder in einem der hinteren Seitentäler von Pusterwald zusammengefunden, um die Bergung zu beginnen. Des Weiteren sollen die alpinpolizeilichen Erhebungen aufgenommen werden, wie es seitens der Bergrettung hieß.
Im Einsatz standen am Samstagabend rund 150 Einsatzkräfte der Bergrettung aus dem Bezirk Murtal und Liezen, mehrere Einsatzteams der Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergrettung Steiermark, die Alpinpolizei, weitere Polizeikräfte, drei Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung, Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Murtal und Liezen sowie das Kriseninterventionsteam.
Fünf Tote in Salzburg
Fünf Menschen sind am Samstagnachmittag bei zwei Lawinen im Salzburger Pongau getötet worden. Das erste Schneebrett hatte sich in Bad Hofgastein kurz nach Mittag im Bereich der "Schmugglerscharte" auf 2.200 Metern Seehöhe gelöst. Eine Skitourengeherin wurde vor den Augen ihres Ehemannes im freien Gelände verschüttet. Für sie kam jede Hilfe zu spät.
Nur eineinhalb Stunden später löste sich im Gasteinertal eine Lawine, die sieben Tourengeher mit sich riss, vier wurden getötet.
Fünf Tote bei Lawinenabgängen im Pongau
Tirol: Tourengeher überlebte Lawinenabgang
Ein 20-Jähriger ist am Samstag bei einer Skitour mit seinem Vater im Bereich der hinteren Rendlspitze bei St. Anton am Arlberg von einer Lawine erfasst und verletzt worden. Die Alpinisten folgten einer bereits ausgefahrenen Spur, wobei der Sohn nur etwa zehn Meter hinter seinem Vater ging. Rund 15 Meter über dem 20-Jährigen löste sich plötzlich die Lawine, die den jungen Mann zum Teil verschüttete. Er wurde an den Beinen und Schultern verletzt, berichtete die Polizei.
Das rechtzeitige Auslösen des Lawinenairbags dürfte wohl Schlimmeres für den dänischen Wintersportler verhindert haben. Der Skiführer einer Gruppe unterhalb des Unglücksortes stieg umgehend zu dem zum Teil verschütteten dänischen Wintersportler auf und leistete Erste Hilfe. Der 20-Jährige wurde von der Besatzung des Notarzthubschraubers Christophorus 5 versorgt und mit dem Tau geborgen. Der Heli flog ihn in das Krankenhaus nach Zams, wo er stationär aufgenommen wurde. Der 51-jährige Vater konnte selber ins Tal abfahren.
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