Toter nach Lawinenabgang bei Skipiste: Mann identifiziert
(Symbolbild)
Ein Lawinenabgang im Tiroler Ischgl (Bezirk Landeck) hat einen toten Skifahrer gefordert. Der Mann wurde Freitagvormittag im Zuge einer Suchaktion im freien Skiraum etwas abseits der gesicherten Piste von Rettungskräften tot aus über einem Meter Tiefe aus den Schneemassen geborgen.
Die Identität des ums Leben gekommenen Mannes hat sich mittlerweile geklärt. Der 39-jährige chinesische Staatsangehöriger mit Wohnsitz im deutschen Dresden dürfte schon am Donnerstag unter den Schneemassen gestorben sein, wie die Tiroler Polizei am Samstag auf APA-Anfrage mitteilte.
Das Schneebrett war bereits Donnerstagvormittag offenbar unbemerkt abgegangen. Der Unterkunftgeber des Verunglückten meldete ihn Freitagfrüh als vermisst und die Suche wurde gestartet.
Vermisstenmeldung am Freitag
In der Unterkunft wurde man stutzig, nachdem sich die Skier des Gastes nicht im Skiraum befunden hatten. Sein Handy lag jedoch im Zimmer.
Die Polizei suchte daraufhin in Krankenhäusern und bei Ärzten, allerdings fehlte von dem Mann zunächst jede Spur. Schließlich fanden die Beamten heraus, dass der Gesuchte Donnerstagvormittag um kurz vor 10.00 Uhr zuletzt das Drehkreuz der Pardatschgratbahn passiert hatte.
Skistock gefunden
Am Vormittag wurde dann das 60 Meter breite und 90 Meter lange Schneebrett mit einer Anrisshöhe von 20 bis 60 Zentimetern von der Pistenrettung Silvretta bemerkt. Was folgte, war eine großangelegte Suchaktion unter Beteiligung der Alpinpolizei, mehrerer Bergrettungen und einer Hundestaffel.
Dann wurde ein aus den Schneemassen ragender Skistock gefunden. Dies führte letztlich zu Ortung und Bergung der Leiche aus einer Tiefe von etwas über einem Meter. Der Mann hatte keine Lawinenausrüstung bei sich.
Keine weiteren Verschütteten
Die Polizei ging nun davon aus, dass der Skifahrer gegen 10.00 Uhr in den steilen Nord-Nord-West-Hang gefahren und das Schneebrett ausgelöst hatte. Er wurde rund 65 Meter mitgerissen. Zunächst wurde noch nach weiteren möglichen Verschütteten gesucht, es wurde jedoch niemand gefunden. Der Einsatz am Lawinenkegel war am frühen Nachmittag jedenfalls beendet.
Die Schneemassen hatten sich laut Lawinenwarndienst Tirol im Velilltal westlich des Bürkelkopfs in der Samnaungruppe in einem extrem steilen Nordhang auf etwa 2.500 Meter Seehöhe gelöst. Der Warndienst analysierte in einer Presseaussendung am Samstag, dass im Gebiet der Lawine der über eine Woche alte und unter starkem Windeinfluss gefallene Schnee ein Brett bildete.
Darunter würde man ausgeprägte Schwachschichten aus kantigen Kristallen und sogenannten Becherkristallen finden. Darunter läge wiederum eine Regenkruste von Anfang Dezember. "Bei unseren Stabilitätsuntersuchungen lösten sich Schneeblöcke entweder bereits beim Ausschneiden oder aber bei leichtem Klopfen", hieß es in der Aussendung vom Samstag.
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