Gefangen im Lift bei Blackout? Steiermark fordert neue Maßnahmen

Ein Strommast steht vor einem bewölkten Himmel, durch den die Sonne scheint.
Bei einem Sicherheitsgipfel standen Blackout-Vorsorge und Extremismus im Fokus: Ist das Bundesland gewappnet?

Zusammenfassung

  • Sicherheitsgipfel in der Steiermark thematisierte Blackout-Vorsorge und Extremismusbekämpfung.
  • Steiermark gilt bei Stromversorgung als europaweit führend und hat umfassende Blackout-Maßnahmen umgesetzt.
  • Aktuell keine Hinweise auf extremistische Anschlagspläne, Verfassungsschutz beobachtet Szene weiterhin.

"Warum heute? Warum diese Themen?", fragt der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) und nimmt die Antworten gleich vorweg: "Als Industrieland sind Sicherheit und Blackout-Vorsorge eine ganz besondere Herausforderung, für Unternehmen sogar standortentscheidend."

Sicherheitsgipfel über Blackout und Extremismus

Mehrere Stunden lang dauerte am Donnerstag ein Sicherheitsgipfel mit Vertretern von Politik, Blaulichtorganisationen, Bundesheer und Landesverwaltung. Zwei Themen beherrschten die Tagung: Blackout und Extremismus.

Fazit nach dem Gipfel: Die Steiermark sei "gut aufgestellt", berichtet Kunasek. Am Beispiel der Stromversorgung zeige sich, dass das Bundesland "Europameister, wenn nicht gar Weltspitze sei": Auf ein Jahr hochgerechnet betrage der durchschnittliche Ausfall der Stromnetze nur 20 bis 30 Minuten.

Keine Anschlagspläne wie in Berlin bekannt

Doch ein Blackout wie in Berlin Anfang Jänner, verursacht durch einen Anschlag bekennender Linksextremisten, ist eine andere Liga. Landespolizeidirektor Gerold Ortner versichert, dass derzeit keinerlei Kenntnis über ähnlich motivierte Anschlägspläne für die Steiermark bestehe. Die Extremismusszene - islamstisch, rechtsextrem oder linksextrem - stehe unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. 

Doch wäre die Steiermark für einen solch großflächigen Stromausfall gerüstet? Ja, beteuern die Experten. Bereits 2019 wurde der erste Leitfaden über Blackout-Vorsorge erstellt, 2024 folgte ein Plan mit 111 konkreten Maßnahmen.

Vom Pflegeheim bis zum Straßentunnel

Seither wurde weiter an Verbesserungen gearbeitet, beschreibt Harald Eitner, Leiter der Katastrophenschutz-Abteilung. So wurde sichergestellt, dass Pflegeheime eine Zeit lang mit Notstrom versorgt werden können, dass erspare deren Evaukierung. Steirische Ideen seien auch vom Nationalrat aufgegriffen worden, wenn es etwa um die Notstrom-Versorgung von Straßentunnels geht; hier sei derzeit ein Gesetz in Begutachtung.

Auch in den steirischen Bezirkshauptmannschaften und der Grazer Burg, dem Amtssitz der Landeshauptleute, wurde die Notstromversorgung gesichert bzw. erweitert.

Akkus für Aufzüge

Anderes könne aber nur der Bund regeln, betont Eitner. "Er sollte gesetzlich sicherstellen, dass alle Liftanlagen, auch Bestandsanlagen, mit Notstromanlagen, Akkus oder Batterien, ausgerüstet werden müssen, damit sie wenigstens den nächsten Stock erreichen." Bei einem landesweiten Blackout drohe sonst das Szenario, dass Menschen in Tausenden Aufzügen gefangen seien.

Kommentare