Salzburger Leitbild liegt vor: "10 Prozent wollen sich nicht integrieren"
Svazek legt Integrationsleitbild vor.
Unter dem Titel "Heimat erhalten, Vielfalt gestalten" hat die schwarz-blaue Salzburger Landesregierung ein Integrationsleitbild erarbeitet, das Anfang Juli vom Landtag beschlossen werden soll.
Das Papier "soll nicht der kleinste gemeinsame Nenner sein, sondern die Grundhaltung dieser bürgerlich-konservativen Landesregierung" enthalten, sagte die für Integration zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) am Montag bei der Vorstellung.
Fünf Leitprinzipien sollen die Integrationspolitik des Landes prägen:
- Zum einen wird eine Werteorientierung mit Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde, Gleichstellung und Meinungsfreiheit vorgegeben.
- Dann soll es eine Verbindlichkeit bei der Unterstützung der Zugewanderten in der Integration geben.
- Weiters wird Integration als ein beidseitiger Prozess betrachtet, das heißt, sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Zugewanderten sollen sich aktiv beteiligen, wobei die Anforderungen an Zugewanderte ungleich höher sind.
- Viertens will Salzburg einen präventiven Ansatz verfolgen - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen und bei Neuzugewanderten mit längerfristiger Aufenthaltsperspektive.
- Fünftes Leitprinzip ist, dass Integration nicht von Ideologien und Stimmungen getrieben sein darf, sondern Fakten, Differenzierung und eine klare Wirkungsperspektive braucht.
70 Prozent voll integriert
Integrationsexperte Kenan Güngör, der an der Entwicklung des Papiers mitgearbeitet hat, betonte, dass 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund vollkommen integriert seien. Allerdings hätten viele von ihnen das Gefühl, nicht wirklich gewollt zu werden. Weitere 20 Prozent seien integrationswillig, würden aber in einer prekären Lage leben. Und etwa zehn Prozent würden sich nicht integrieren wollen und seien demokratiefeindlich eingestellt.
Kenan Güngör hat seine Expertise eingebracht.
Deutsch als Schlüssel zum Erfolg
"Im Leitbild wird klar unterstrichen, dass Sprache, Arbeit, Werte und Bildung die zentralen Voraussetzungen für Integration sind. Deutsch in Wort und Schrift ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftlicher Teilhabe - genauso wie die Verinnerlichung gemeinsamer Werte und der Respekt vor Kultur und Traditionen der Aufnahmegesellschaft", so Svazek, und: "Dieses Leitbild zeigt, dass es notwendig ist, denen gegenüber Wertschätzung zu geben, die sich integrieren und ein Vorbild sind."
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