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Biber bis Wölfe: Geschützte Wildtiere auf der Abschussliste

Trotz Schutzstatus geraten Wildtiere ins Visier. Ein neuer WWF-Bericht dokumentiert hunderte Tötungen – legale und illegale.
Ein Fischotter schwimmt am Rücken.

Sie sind zurück: Biber, Fischotter, Wölfe und Seeadler leben wieder in Österreich. Sie kamen von selbst oder wurden angesiedelt. Menschen jagen sie dennoch. Seit 2020 wurden mehr als 1.300 geschützte Tiere getötet - legal und illegal. Das zeigt ein aktueller WWF-Report

Behörden genehmigten 1.215 Tötungen. 

  • 587 Biber
  • 565 Fischotter
  • 63 Wölfe (die EU stufte ihren Schutzstatus 2025 um eine Stufe herab)
46-215596891

Seeadler sind wieder da. Ein Erfolg.

Wilderer töteten 113 weitere Tiere.

  • 78 Eulen- und Greifvögel (darunter neun Seeadler)
  • 15 Biber
  • 14 Fischotter
  • 5 Wölfe
  • 1 Luchs

Der WWF sieht darin die Spitze des Eisbergs. Bei Wilderei ist die Dunkelziffer hoch. 

Ein Biber steht in flachem Wasser.

Salzburg erlaubt Abschüsse von Bibern (Symbolbild)

Die Naturschutzorganisation warnt vor der Normalisierung des Tötens geschützter Arten. „Alle zwei Tage wird ein geschütztes Tier zum Abschuss freigegeben und illegal getötet“, sagt Hanna Simons, Programmleiterin des WWF.

Der WWF startete gestern die Kampagne „Wild sein ist kein Verbrechen“ inklusive einer Petition. Schauspieler Gregor Seberg, bekannt aus „SOKO Donau“, unterstützt sie. 

SOKO Wolf-Bär-Luchs

Vor allem die Wilderei ist ihm ein Dorn im Auge. „Ich würde die SOKO Wolf-Bär-Luchs ins Leben rufen. Und Wilderer rigoros bestrafen“, sagt er bei der Pressekonferenz vor dem Naturhistorischen Museum in Wien. Die Präparate ausgestorbener Wildtiere im Museum sind ein Mahnmal, erklärt Simons.

Gregor Seberg und Hanna Simons beim Kampagnenstart.

Gregor Seberg und Hanna Simons.

Aber was ist mit den legalen Abschüssen? Der WWF fordert Bund und Länder auf, zu handeln. Er warnt vor Dauerverstößen gegen das europäische Artenschutzrecht. Er versucht es  auf dem Rechtsweg. Mehrere Bundesländer erlauben durch Verordnung den Abschuss von Bibern und Fischottern. „Die Rückkehr der Arten ist eigentlich ein Erfolg“, sagt Simons. Sie sind wichtig für ein stabiles Ökosystem. 

Eines steht fest: Es gibt Konflikte zwischen Mensch und Tier. Der WWF fordert erneut andere Lösungen: mehr Herdenschutz, um Wolfsrissen vorzubeugen, oder breitere Uferstreifen, um Bibern mehr Raum zu geben. Die Kampagne soll die Akzeptanz für Wildtiere erhöhen und das Bewusstsein für ihre Bedeutung im ökologischen Gleichgewicht stärken.

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