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Chronik Österreich
07/31/2019

"Wahrscheinlich ein Wolf": Enthaupteter Kadaver gefunden

Im Lauf des Tages soll ein Amtsarzt klären, ob es sich bei dem toten Tier in Tirol um einen Wolf handelt.

von Birgit Seiser, Christian Willim

Am Dienstagnachmittag fanden Schwammerlsucher im Tiroler Sellrain einen Tierkadaver. Es soll sich dabei laut Behörden "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um einen Wolf handeln. Das Tier wurde erschossen und dann enthauptet. Vom Kopf des Tieres fehlt jede Spur.

Den endgültigen Beweis muss nun eine DNA-Analyse bringen. Dem Kadaver entnommene Proben würden laut Martin Janovsky, dem Beauftragten des Landes für große Beutegreifer, per Medizintransport nach Wien geschickt und dort untersucht. Dabei werde auch ein Abgleich mit den Proben der zuletzt in der Gegend gerissenen Schafen durchgeführt. Dadurch hoffe man Gewissheit zu erlangen, dass eine „Verbindung“ bestehe und der Wolf für den Tod der Schafe verantwortlich ist, so Janovsky.

Wölfe und Bären nachgewiesen

Dass es sich tatsächlich um einen Wolf handeln könnte, belegen mehrere Umstände. Zunächst wurden im wenige Kilometer entfernten Oberperfuss Schafe gerissen. Ein DNA-Test ergab in diesem Fall, dass der Räuber ein Wolf war. Ein Bär konnte dagegen als Räuber bei gerissenen Schafen im Pitztal und bei einem Rotwildkadaver im Außerfern nachgewiesen werden.

Ermittlungen am Tatort

Die Ermittlungen gehen unterdessen am Fundort des Kadavers weiter. Es stehen Delike wie Eingriff in fremdes Jagdrecht, Tötung eines besonders geschützten Tieres, Tierquälerei sowie diverse Verwaltungsstraftaten im Raum. Der gefundene Kadaver ist etwa 32,5 Kilo schwer. Wie lange das tote Tier schon am Fundort gelegen hat, ist noch nicht geklärt.