Wienerin der Woche: Die Autorin Eva Holzmair
Heute ginge so eine Siedlung als „autofreie Stadt“ durch. In ihrer Kindheit gab es diesen Begriff noch nicht. Dafür waren die Gassen in der Eisenbahnersiedlung in Strebersdorf tatsächlich frei von Autos. Weil nur ganz wenige Eisenbahner neben dem Bahnhof in Strebersdorf ein Auto besaßen.
„Für uns Kinder war die Siedlung wie ein Dorf“, erzählt Eva Holzmair. Auf der Straße konnten die Kinder Fußball und Fangen spielen. Nie mussten sie sich alleine fühlen. Niemand war bessergestellt, die Nachbarn hielten alle zusammen.
Später, als Pubertierende, haderte sie auch mal mit der sozialen Kontrolle in einer Siedlung, in der jeder jeden kannte – und einzelne noch mehr als das.
Im neuen Roman „Wolkenschwer“ bringt die Wiener Dolmetscherin und Autorin nicht nur ihre Erinnerung an den Gemeindebau gut auf den Punkt.
Berührend schreibt Eva Holzmair auch über das Leben ihrer Mutter, die aus einem Arbeiter-Bauern-Milieu stammte und in der Familie ihres Mannes nicht unbedingt willkommen war.
Zum ausführlichen KURIER TV-Gespräch mit Eva Holzmair
Ein Kapitel für sich sind die zum Teil negativen Erlebnisse der Tochter, als ihre Mutter mit zunehmender Demenz in einem Seniorenwohnheim der Stadt Wien bis zu ihrem Ableben betreut wurde.
Eva Holzmair ist eine Zarte, eine Leise, keine, die sofort laut aufbegehrt. Umso mehr sollte man ihr zuhören: „Die ,Häuser zum Leben‘ sind zu groß. Meine Mutter konnte sich dort einfach nicht zurechtfinden.“
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