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Chronik Österreich
01/10/2019

Obersteiermark: Am Freitag starten erste Versorgungsflüge

Sieben Helikopter stehen in der Obersteiermark bereit. Doch neuer Schneefall ist bereits angekündigt.

von Elisabeth Holzer

In den stark vom Schnee betroffenen obersteirischen Regionen zeichnet sich eine sachte Entspannung ab: Bis morgen, Freitag, werden nur noch bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet. Das bedeutet, das auch die Lawinenwarnstufe gesenkt werden kann, von fünf auf vier.

Außerdem rechnen die Experten der Landeswarnzentrale mit einem „Wetterfenster“: Sieben Helikopter des Bundesheeres und des Innenministeriums sollen am Freitag Versorgungsflüge in die eingeschneiten Gemeinden machen sowie Lawinenkommissionen in die Berge bringen. Die Schneemengen sind jednefalls enorm, bis zu fünf Meter und mehr sind es in den Bergen. Das kommt nur alle 50 Jahre vor.

Wetterlage gut genug für Flüge

Exakt 2.267 Menschen saßen Donnerstagvormittag nach wie vor in ihren Gemeinden fest, die Zufahrtsstraßen sind wegen Lawinengefahr seit Tagen gesperrt: Hohentauern, Sölk, Wildalpen und Radmer sind hauptbetroffen. Noch gehen die Lebens- und Hygieneartikel nicht aus, auch wenn es bei Frischwaren erste Engpässe gibt. Aber die neuen Lieferungen stehen bereit und sollen am Freitag in den örtlichen Lebensmittelgeschäften ankommen.

Das Wetterlage dürfte den ganzen Tag über gut genug für Flüge sein, hofft Vizelandeshauptmann Michael Schickhofer, SPÖ. „Es gibt keinen Grund zur Panik, alle Einsatzkräfte arbeiten ruhig und professionell. Jedes Wetterfenster, das es gibt, wird sofort genützt.“ Insgesamt wurden 35 Erkundungs-, Versorgungs- und Lawinensprengungsflüge angemeldet. Da erst durch die Flüge die Lawinengefahr realistisch abgeschätzt werden kann, könnten am Freitag auch wieder einige der derzeit 30 gesperrten Straßen freigegeben werden, eventuell sogar in die derzeit eingeschlossenen Gemeinden.

Hausdächer abschaufeln

Bevor Mitte kommender Woche die Niederschläge aufhören, kommt es aber noch einmal ganz dick: Ab Sonntagnachmittag soll es wieder heftig zu schneien beginnen, Meteorologen erwarten bis zu einem Meter Neuschnee bis Montag und Dienstag. „Jeder Schnee, der jetzt dazu kommt, ist natürlich zu viel“, überlegt Alexander Podesser von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. „Dann wir die Situation noch einmal verschärft.“ Nicht nur wegen der Lawinengefahr, sondern viel näher an den Menschen: Die Hausdächer in den betroffenen Regionen tragen bereit 50 bis 75 Prozent der zulässigen Lasten. Podesser appelliert deshalb an die Besitzer, sich in den kommenden Tagen , die Dächer davon zu befreien oder sich dabei von den Einsatzkräften helfen zu lassen.