Chronik | Österreich
01.10.2018

Wettbieten um die Lufthoheit im Notfall

Das Land ließ nur einen Anbieter von Rettungshubschraubern im Rennen. Offen ist, ob sich das der Mitbewerber gefallen lässt.

Vergangene Woche traf das Land Steiermark eine Vorentscheidung über den dritten Notarzt-Hubschrauber im Bundesland: Nur einer der beiden Bewerber ist noch im Rennen um den Standort, der zwischen Spielberg und Bruck an der Mur angesiedelt wird. Das ist der ÖAMTC, doch Mitanbieter ARA kann die Entscheidung vor dem Landesverwaltungsgericht bekämpfen: Allerdings steht bis heute nicht fest, ob er das auch machen will.

Der ARBÖ, Partner der Organisation, verweist darauf, dass das Angelegenheit der ARA sei. Seitens der ARA gibt es allerdings nur eine Reaktion: „Kein Kommentar“, denn das sei Sache der DRF, der Deutschen Luftrettung, zu der die ARA gehört. Doch auch dort war keine Stellungnahme zu bekommen. Die Angelegenheit ist tatsächlich knifflig und langwierig: Die eingereichten Unterlagen und die Replik des Landes füllen Bände. Die ARA betreibt zwei Notfallhubschrauber in Österreich, sie sind in Kärnten und Tirol stationiert. Der ÖAMTC hat 16 Standorte, zwei davon in der Steiermark. Die Christophorus-Flotte ist somit wesentlich größer, insgesamt hat der ÖAMTC 29 Helikopter zur Verfügung.

Neuer Stützpunkt

Das war auch eine der Begründungen des Landes, den kleineren Mitbewerber aus dem Vergabeverfahren zu kicken: Das Unternehmen könne nicht nachweisen, dass es Fluggerät, Piloten und Schlüsselpersonal 24-Stunden-Notfall-Betrieb „ausfallsicher zur Verfügung stellen“ könne. Die Zeit drängt: Im ersten oder zweiten Quartal 2019 soll der Notarzthubschrauber von der Obersteiermark aus starten, allerdings muss erst noch ein Stützpunkt errichtet werden.