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Chronik Österreich
01/15/2019

Weiterhin "große" Lawinengefahr in Teilen Österreichs

In Öberösterreich, Vorarlberg und Tirol herrscht "große" beziehungsweise "erhebliche" Lawinengefahr.

In Teilen der Obersteiermark herrschte Dienstagfrüh laut Warndienst "große" bzw. "erhebliche" Lawinengefahr. Ersteres galt für die Nordalpen von Dachstein bis Rax, Schladminger Tauern, Hochschwab und Mariazellerland. Warnstufe drei galt für Seetaler Alpen, Gleinalm, Koralm, Grazer Bergland und die obere Oststeiermark. Bei einer Lawine in Ramsau am Dachstein gab es in der Früh keine Verletzten.

Seit Montagfrüh waren wieder bis zu 80 Zentimeter Neuschnee gefallen, die Schwerpunkte lagen in der Dachsteinregion und den Eisenerzer Alpen. In den Hochlagen, wo es durchwegs schneite, haben sich laut Warndienst weitere frische, störanfällige Triebschneeablagerungen und mächtige Wechten gebildet. In allen Expositionen und aus steilem Gelände konnten sich spontan große Schneebrettlawinen lösen. Dies dürfte auch in der Nacht auf Dienstag in Ramsau am Dachstein der Fall gewesen sein, wo der Ausläufer der sogenannten Eiskarlawine ein Hotel und ein Apartmenthaus teilweise verlegte. Einsatzkräfte suchten den Lawinenkegel ab, zum Glück gab es laut dem Büro von Katastrophenschutzreferent und LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) keine Verschütteten. Rund 60 Personen wurden in anderen Quartiere gebracht.

Neben zahlreichen Straßensperren wurde die Situation durch einen Unfall auf der Ausweichroute der wichtigen Ennstalbundesstraße (B320) erschwert. Diese war wegen Lawinen zwischen Espang und Trautenfels gesperrt. Knapp vor 8.00 Uhr passierte auf der Ausweichstrecke - L734 (Öblarnerstraße) ein Lkw-Unfall. Dadurch war die derzeit einzige Verbindung zwischen Liezen und Schladming wieder massiv betroffen und beeinträchtigt. Eine Sperre hätte laut Feuerwehren massiven Einfluss bei der Verlegung von Einsatzeinheiten von Liezen oder Schladming aus bzw. ebenso auf den in Anfahrt befindlichen Katastrophenhilfsdienst-Zug (KHD) aus Murau.In der Früh trafen KHD-Kräfte aus dem Feuerwehrbereichsverband Graz-Umgebung mit 103 Mann und 19 Fahrzeugen ein und begannen mit Tagesanbruch mit Unterstützung der Feuerwehren im Raum Bad Mitterndorf mit Schneeräumung.

Vorarlberg: Zahlreiche Lawinenabgänge

Die Lawinengefahr in Vorarlberg ist am Dienstag auf Stufe 4 (große Gefahr) zurückgegangen. Es waren aber weiter spontane Abgänge von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen aus sehr steilen Einzugsgebieten zu erwarten, informierte der Lawinenwarndienst. Am Montag - bei sehr großer Lawinengefahr der Stufe 5 - waren in allen Regionen zahlreiche Lawinenabgänge auch von großem Ausmaß registriert worden.

Die große Lawinengefahr bestand in allen Landesteilen oberhalb von 1.800 Metern. Andreas Pecl vom Lawinenwarndienst wies speziell auf windbeeinflusstes Steilgelände sowie eingewehte Rinnen und Mulden als Gefahrenstellen hin. Lawinen könnten bereits durch einzelne Wintersportler ausgelöst werden, warnte er. Unerfahrene rief er dazu auf, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen.

Bis Dienstag früh kamen in Vorarlberg noch einmal verbreitet 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammen, letzte Niederschläge sollten jedoch am Vormittag abklingen. Für den Mittwoch war eine deutliche Erwärmung und damit noch einmal eine leichte Verschärfung der Lawinengefahr vorhergesagt. "Für Wintersportler bleibt es abseits der gesicherten Pisten immer noch heikel", sagte Pecl.

Tirol: Zahlreiche Gemeinden nicht erreichbar

Mehrere Lawinen sind am Montagabend bzw. in der Nacht auf Dienstag auch auf Tiroler Straßen abgegangen. Verletzt wurde dabei laut Informationen des Landes niemand. Aufgrund der immer noch großen Lawinengefahr waren auch am Dienstagvormittag noch zahlreiche Gemeinden, Ortsteile und Weiler auf dem Straßenweg nicht erreichbar.

Die Lawinengefahr wurde von den Experten verbreitet mit "groß", also Stufe 4 der fünfteiligen Skala eingestuft. Nach dem Ende der Schneefälle nehme die spontane Lawinenaktivität deutlich ab. Einzelne sehr große spontane Lawinen seien aber immer noch möglich, vor allem in Kammlagen an Triebschneehängen und auch aus sehr steilen, hoch gelegenen, sonnenbeschienen und noch nicht entladenen Einzugsgebieten. Mit dem Neuschnee und dem starken bis stürmischen Nordwestwind seien besonders oberhalb der Waldgrenze störanfällige Triebschneeansammlungen entstanden, die schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst und gefährlich groß werden können, hieß es. Für Schneesport abseits der gesicherten Pisten seien die Verhältnisse ungünstig.

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