Wegen Betrugs: Österreicher soll von Italien ausgeliefert werden
Ein Zeuge rief die Polizei, weil er beobachtete, wie zwei Jugendliche in ein Geschäft einbrechen wollten (Symbolbild).
Die italienische Justiz prüft einen Antrag der Münchner Justizbehörden auf Auslieferung eines 52-jährigen Unternehmers aus Österreich, der am Montag in der norditalienischen Stadt Asti festgenommen wurde. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung in Höhe von rund 63 Millionen Euro vor. Nach Angaben der Behörden wollte der Mann nach Dubai fliehen. Er sitzt jetzt in einem Gefängnis in Turin in Haft, wie die Polizei der APA bestätigte.
Der Festgenommene war bis Dezember 2024 Geschäftsführer eines Mineralölvertriebsunternehmens mit Sitz in Wien, das jedoch mit einer deutschen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer registriert war. Anschließend wurde die Geschäftsführung an einen neuen Manager übertragen, der ebenfalls unter Verdacht der Steuerhinterziehung steht; an der Spitze blieb jedoch weiterhin der festgenommene Österreicher.
2024 wurde die Zahlung der Mehrwertsteuer an Finanzamt München eingestellt
Ab Juli 2024 wurde die Zahlung der Mehrwertsteuer an das Finanzamt München eingestellt, während gleichzeitig weiterhin Mineralölprodukte auf dem deutschen Markt verkauft wurden. Dies ist dem Unternehmen zum Verhängnis geworden. Über seine Herkunft in Österreich wollten die Ermittler in Asti keine Auskunft geben.
Die italienische Polizei hielten den Mann am Montag in seinem Auto an, mit dem er gemeinsam mit seiner russischstämmigen Partnerin unterwegs gewesen war. Hinweise der Münchner Behörden hatten die Fahnder auf seine Spur in der norditalienischen Stadt gebracht. Mithilfe von Überwachungskameras rekonstruierten die Beamten seine Bewegungen und nahmen ihn unweit von Asti fest. Nach Erkenntnissen von Interpol plante das Paar noch am selben Abend die Weiterreise nach Dubai.
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