Warm und trüb: Im Jänner ließ sich die Sonne nur wenig blicken

Warm und trüb: Im Jänner ließ sich die Sonne nur wenig blicken
Trotz jeder Menge Neuschnee und Regen im Süden war der Jahresauftakt im Durchschnitt zu mild.

Auch wenn Fotos von verschneiten Landschaften und perfekt präparierten Skipisten einen anderen Eindruck vermitteln: Der Jänner war nicht zu mild, sondern auch sehr trüb. Das zeigt die vorläufige Monatsbilanz der Geosphere Austria. Außerdem gab es österreichweit sehr unterschiedliche große Niederschlagsmengen. Im Tiefland war es zudem der achtwärmste Jänner der heimischen Messgeschichte, berichtete die ehemalige Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag.

Während es im Westen und Norden deutlich zu trocken war, wurden im Süden überdurchschnittlich viel Regen und Schnee registriert. Gemittelt über die gesamte Landesfläche gab es im Jänner zumindest um 20 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Mittel.

Das Jahr 2023 begann erst einmal extrem mild, denn schon am Neujahrstag registrierte die Geosphere Austria einige neue Jänner-Rekorde. Die Wetterstation in Puchberg am Schneeberg in Niederösterreich zeigte etwa 19,7 Grad an. Der österreichweite Jänner-Rekord von 2015 mit 21,7 Grad in Graz und Obervellach wurde aber nicht übertroffen. Die zweite Monatshälfte brachte dann normale bis unterdurchschnittliche Temperaturen, besonders auf den Bergen war es deutlich kühler als im vieljährigen Mittel. In Summe war der erste Monat aber überall zu mild.

„Der Jänner 2023 lag im Tiefland Österreichs um 2,6 Grad über dem Mittel der Klimaperiode 1991 bis 2020, auf den Bergen um 0,3 Grad“, sagt Alexander Orlik, Klimatologe an der Geosphere Austria, „das ergibt im Tiefland Österreichs Platz acht in der Reihe der wärmsten Jänner der 256-jährigen Messgeschichte und auf den Bergen Platz 46 in der 172-jährigen Gebirgsmessreihe“. Im Vergleich zur Klimaperiode 1961 bis1990, die von der Klimaerwärmung noch nicht so stark betroffen war, lag der Jänner 2023 im Tiefland um 4,0 Grad über dem Mittel und auf den Bergen um 1,6 Grad. Der Nordosten des Weinviertels in Niederösterreich war die relativ wärmste Region des Landes.

Sonne hielt sich bedeckt

Am vielen Sonnenschein lag das alles nicht, denn die ersten Wochen des Jahres gaben sich verhältnismäßig trüb: Im Flächenmittel blieb die Zahl der Sonnenstunden um 30 Prozent hinter dem Klimamittel zurück. Damit ist das der sonnenärmste Jänner seit 2013 - da gab es sogar um 40 Prozent weniger Sonnenschein.

Die Neuschneesummen fielen regional sehr unterschiedlich aus. Der Westen war dabei benachteiligt, denn statt 97 Zentimeter, die etwa in Seefeld in Tirol in einem durchschnittlichen Jänner statistisch zu erwarten wären, gab in nur vier Zentimeter Neuschnee. Im Süden schneite es hingegen regional äußerst ausgiebig. So wurden in Ferlach in Kärnten 89 Zentimeter Neuschnee registriert, in einem durchschnittlichen Jänner sind dort normalerweise „nur“ 20 Zentimeter. Die Neuschneemenge erreichte in Kärnten insgesamt, je nach Lage, ein Plus zum Mittel 1991-2020 von 50 bis 300 Prozent. Da es aber erst ab der Monatsmitte winterlicher wurde, war auch in Kärnten die Anzahl der Schneedeckentage unterdurchschnittlich wie in ganz Österreich.

Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 280 Wetterstationen der Geosphere Austria. Dazu kommt die räumliche Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in ganz Österreich.

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