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Chronik Österreich
05/06/2021

Wals-Siezenheim: Mann erschießt Ex-Freundin und deren Mutter

Der 51-Jährige meldete sich selbst bei der Polizei und wurde in den Morgenstunden festgenommen. Täter war offenbar Stalker.

Ein 51-Jähriger hat in Wals-Siezenheim (Flachgau) offenbar seine ehemalige Lebensgefährtin (50) und deren Mutter (76) erschossen. Danach ist der Mann mit dem Auto geflüchtet. Er nahm noch in der Nacht selbst über Notruf mit der Polizei Kontakt auf.

In den Morgenstunden wurde er im Raum St. Wolfgang (Bezirk Gmunden) von der Polizei festgenommen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion zur APA.

Die Tat dürfte sich kurz nach Mitternacht beim Einfamilienhaus der beiden Frauen in der Stadtrandgemeinde ereignet haben.

Der Mann aus der Stadt Salzburg suchte seine frühere Lebensgefährtin auf. Dabei kam es zu einem Streit, der so laut wurde, dass Nachbarn den Lärm hörten und die Polizei verständigten. Danach vernahmen sie auch noch Schüsse und sahen, wie der Mann zu Fuß flüchtete.

Beim Eintreffen der Polizei entdeckten die Beamten die beiden toten Frauen im Eingangsbereich des Hauses. Da zunächst nicht klar war, wohin der Täter verschwunden war, wurde die Nachbarschaft und auch ein Haus abgesucht. Ohne Erfolg.

Laut Polizei hätte sich der Verdächtige schließlich bei einer Bekannten gemeldet und ihr auf der Sprachbox die Tat gestanden. Danach meldete sich dann der mutmaßliche Täter via Notruf bei der Polizei. Er habe zwei Faustfeuerwaffen bei sich und wolle sich umbringen, so seine Botschaft. Im Verlauf des Gesprächs versuchten die Polizisten, den Mann zur Aufgabe zu überreden. In Abersee am Wolfgangsee (zwischen den Gemeinden St. Gilgen und Strobl) hat sich der 51-Jährige schließlich nach Angaben des Polizeisprechers auf einem Campingplatz selbst gestellt. Er wurde in den Morgenstunden festgenommen. Die Schusswaffen wurden bei ihm sichergestellt.

Viele Hintergründe zur Tat sind noch nicht bekannt. Der Verdächtige soll jedoch Berufsdetektiv-Assistent gewesen sein.

Täter war offenbar Stalker

Wurde anfangs davon berichtet, dass es sich um den ehemaligen Lebensgefährten handle, werden nun weitere Details bekannt. Der mutmaßliche Täter soll angeblich ein Stalker gewesen sein. Das sagt der Bruder des jüngeren Opfers gegenüber PULS 24. Der spätere Täter habe die Frau mit Telefonanrufen, Briefen, Paketen, etc. belästigt. Bereits Anfang Jänner wurde er angezeigt - PULS 24 konnte die Anzeige einsehen. Das Verfahren sei dann aber für den Bruder völlig unverständlich eingestellt worden.

Gewalt von Männern gegen Frauen gibt es in allen sozialen Schichten, Nationen, Familienverhältnissen und Berufsgruppen. Morde an Frauen können auch Femizide sein. Der Begriff soll ausdrücken, dass hinter diesen Morden oft keine individuellen, sondern auch gesamtgesellschaftliche Probleme wie etwa die Abwertung von Frauen und patriarchale Rollenbilder stehen.

Hilfe für Gewalt-Betroffene gibt es hier:

Frauenhelpline (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 222 555 Männernotruf: (Mo – So, 0 – 24 Uhr, kostenlos), 0800 / 246 247.

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