APA14008868-2 - 05082013 - WAIDHOFEN/THAYA - ÖSTERREICH: ZU APA 272 CI - Feuermänner bei Abpumparbeiten nach einem Unwetter am Sonntag, 4. August 2013, in Waidhofen an der Thaya, Niederösterreich. Über einige Teile Österreichs gingen vergangene Nacht schwere Unwetter nieder.+++ WIR WEISEN AUSDRÜCKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GRÜNDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEFÜHRTEN ZWECK ERFOLGEN DARF - VOLLSTÄNDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND +++ APA-FOTO: FEUERWEHR WAIDHOFEN/TAYA

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Hagel und Sturm
08/05/2013

Unwetter forderten ein Todesopfer

Jäger wurde in der Steiermark in seiner Hütte vom Baum erschlagen. In ganz Österreich waren Feuerwehren im Dauereinsatz.

Die Hitzerekorde vom Samstag brachten offenbar eine "explosive" Stimmung über Österreich. Während im Osten zum Wochenausklang nochmal die Freibäder gestürmt wurden, zogen von Westen her Unwetter durch das ganze Land. Die Unwetter haben am Sonntagabend in der Obersteiermark ein Todesopfer gefordert: Ein 51-jähriger Jäger wurde in einer Hütte von einem umstürzenden Baum erschlagen. Seine Lebensgefährtin konnte sich selbst befreien und kam mit Verletzungen davon.

Der Weidmann aus Radmer (Bezirk Leoben) hat den Sonntag mit seiner 39-jährigen Lebensgefährtin im sogenannten Finstergraben verbracht. Er hielt sich mit ihr in einer kleinen Hütte auf. Gegen 19.30 Uhr zog der Gewittersturm mit orkanartigen Windböen auf. Als die beiden den Verschlag verlassen wollten, stürzten gleich mehrere etwa 20 Meter hohe Fichten auf den Ansitz.

Während der Jäger unter den Hüttenteilen eingeklemmt wurde, konnte sich die Frau befreien. Doch da ihr Mobiltelefon kein Netz hatte, lief sie etwa drei Kilometer weit bis zum nächstgelegenen Anwesen. Von dort alarmierte sie die Einsatzkräfte. Als der Notarzt eintraf, konnte er nur noch den Tod des Jägers feststellen. Die Lebensgefährtin wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus gebracht.

Auch im Bezirk Liezen haben die Unwetter große Schäden verursacht. Ein orkanartiger Sturm, der nicht einmal eine halbe Stunde andauerte, sorgte bei rund 40 Feuerwehren für über 100 Einsätze, berichtete der Bereichsfeuerwehrverband Liezen. Vorwiegend galt es für die Einsatzkräfte, entwurzelte oder abgebrochene Bäume von Straßen, Häusern und auch Autos zu entfernen.

Im Ennstal traten Bäche über die Ufer, nachdem binnen Minuten enorme Niederschlagsmengen fielen. In Gröbming Winkl ging eine kleinräumige Mure ab. In mehreren Orten wurden Dachteile oder auch komplette Hausdächer abgedeckt, wie etwa in Tunzendorf, wo die Feuerwehr mit Planen provisorisch das Dach eines Zweifamilienwohnhauses mithilfe eines Kranes abdichten musste.

Tirol

Die zerstörerische Gewitterfront ist am Sonntagnachmittag durch Tirol gezogen. Gegen 16 Uhr erreichte sie das Unterland. Dort wurden Dächer abgedeckt, Straßen vermurt und etliche Häuser überschwemmt. 4500 Haushalte waren ohne Strom. Betroffen von den Unwettern waren die Bezirke Schwaz, Kufstein und Kitzbühel. Einige Straßen mussten wegen der umgestürzten Bäume oder wegen Überflutungen gesperrt werden. Feuerwehr und Polizei standen im Dauereinsatz. Bereits am Samstagabend hatten Blitzschläge und Starkregen praktisch in allen Teilen Tirols Schäden angerichtet und mehrere Waldbrände ausgelöst. Im Innsbrucker Stadtteil Saggen setzte ein Blitzschlag den Dachstuhl eines Wohngebäudes in Brand. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

NIEDERÖSTERREICH: UNWETTEREINSÄTZE DER FEUERWEHR

STEIERMARK: UNWETTER

Bezirk Liezen, Sturmschäden…

STEIERMARK: UNWETTER

STEIERMARK: UNWETTER

Aspang,Unwetter,Bezirk Neunkirchen,Hagel…

honorarfrei. Unwetter am 4.8.13 in Waidhofen/Thaya…

Salzburg

Im Bundesland Salzburg haben die Unwetter die Feuerwehren in vielen Gemeinden beschäftigt. Insgesamt mussten 830 Helfer zu ungefähr 100 Einsätzen ausrücken, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos. Aus dem Fuschl- und dem Wolfgangsee bargen Feuerwehrleute mit Booten auch zwei Schwimmer, die wegen des plötzlich aufkommenden Sturmes möglicherweise nicht mehr alleine ans Ufer gelangt wären. Wie es insgesamt vor allem der Sturm war, der den freiwilligen Helfern Arbeit bescherte. Denn ein Großteil der Einsätze war wegen umgestürzter Bäume oder heruntergefallenen Ästen nötig. Vereinzelt mussten auch überschwemmte Keller ausgepumpt werden.

Niederösterreich

74 Feuerwehren mit etwa 700 Mann rückten in Niederösterreich aus. Am stärksten betroffen waren der Bezirk und die Stadt Waidhofen a.d. Thaya, wo zwei Gewitterzellen aufeinander trafen. Unzählige Bäume mussten von den Straßen entfernt werden, Keller standen unter Wasser, Fahrzeuge mussten aus überschwemmten Straßen gezogen werden, Dächer wurden abgedeckt, Fenster durch Hagelschlag zerstört. Ein Baum krachte auf ein Caritas-Dienstfahrzeug. Verletzt wurde niemand. In Dobersberg fiel ein Baum in eine Hochspannungsleitung und begann zu brennen. Die Folge war ein längerer Stromausfall.

Die Hagelunwetter haben alleine im Waldviertel nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung zwei Millionen Euro an Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Einer Aussendung zufolge waren 7.500 Hektar Agrarflächen in den Bezirken Waidhofen a.d. Thaya, Zwettl und Gmünd betroffen.

In einem abgelegenen Waldgebiet bei Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt ist es Montagfrüh zu einem kleinflächigen Brand gekommen. Das Feuer dürfte durch einen Blitzschlag in der Nacht ausgelöst worden sein. Drei Feuerwehren waren mit 37 Mann im Einsatz. Die Einsatzkräfte hatten den Brand am Vormittag bereits unter Kontrolle.

Starker Hagel ging über dem BezirkNeunkirchennieder. Innerhalb kürzester Zeit gingen mehrere Notrufe ein. Neun Feuerwehren mit 150 Mann standen im Einsatz um Keller auszupumpen, kleinere Murenabgänge zu beseitigen, Fahrbahnen zu reinigen, Sturmschäden und Verklausungen zu beseitigen. Vereinzelte und lokale Unwettereinsätze gab es auch im BezirkMelk.

Burgenland

Auch das Burgenland blieb nicht verschont. Die Feuerwehrleute mussten laut Landessicherheitszentrale zu zehn Einsätzen ausrücken. Zumeist galt es dabei, umgestürzte Bäume zu beseitigen. Kurz von 22 Uhr brach in Königsdorf (Bezirk Jennersdorf) ein etwa 30 Meter hoher Baum am Stamm ab und brach in zwei Teile, von denen einer auf das Dach eines Bauernhauses stürzte. Dabei wurde der Dachstuhl eingedrückt und eine Stromleitung niedergerissen, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt.

Zwei Bränden hielten die Einsatzkräfte auf Trab. In Illmitz (Bezirk Neusiedl am See) hatten Strohballen Feuer gefangen. In Großwarasdorf (Bezirk Oberpullendorf) löschten vier Feuerwehren einen Gebäudebrand.

Hundstage noch nicht vorbei

Die Hitze wird dem Land aber trotz der Unwetter erhalten bleiben. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und dem Wetterdienst UBIMET ist erst ab Donnerstag von Westen her ein wenig Abkühlung in Sicht.

Montag

Die nach Osten abziehende Störung sorgt am Montag über der Osthälfte zunächst noch für ein paar Restwolken, die tagsüber teils wieder aufquellen können. Zwischendurch zeigt sich die Sonne, ehe sich um die Mittagszeit vom Bergland ausgehend neuerlich Quellwolken bilden, mit nachfolgenden Schauern und Gewittern. Der Wind weht meist nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Frühtemperaturen von 14 bis 23 Grad, die Tageshöchsttemperaturen von 27 bis 35 Grad locken sicher wieder in die Bäder.

Dienstag

Bereits am Vormittag entstehen über dem westlichen Bergland Quellwolken, erste gewittrige Schauer gehen nieder. Die Gewittertätigkeit breitet sich bis zum Abend mit einzelnen Zellen bis in das Wald- und Mostviertel aus. Im restlichen Österreich ist es ganztägig sonnig, die Gewitterneigung bleibt gering. Die Temperaturen erreichen abermals verbreitet 32 bis 38 Grad.

Mittwoch

In weiten Teilen des Landes wird es auch am Mittwoch strahlend sonnig und wieder sehr heiß. Lediglich im Westen können sich einzelne, teils kräftige Gewitter entwickeln. Die Quecksilbersäule klettert auf 29 bis 39 Grad.

Donnerstag

Im Westen startet der Donnerstag bereits wechselnd bewölkt und es gehen teils kräftige Regenschauer und auch einzelne Gewitter nieder. Weiter im Osten ist es zunächst noch sehr sonnig, es breiten sich jedoch kräftige Gewitter bis ins westliche Niederösterreich aus. Sonnig, heiß und trocken bleibt es voraussichtlich im äußersten Osten und im Süden. Im Westen gibt es "nur" noch um die 23 Grad, sonst wieder bis zu 39 Grad.

Freitag

Verbreitet ziehen am Freitag dichte Wolken über den Himmel und lassen nur noch zeitweiligen Sonnenschein zu. Zudem gehen Regenschauer nieder, im Osten und Süden können auch noch Gewitter eingelagert sein. Und es ist mit 15 bis 32 Grad deutlich kühler als zuletzt.

Das Wetter im Detail gibt's auf kurier.at/wetter

Die besten Tipps gegen die Hitze

Blitz sprengte den Turm einer Kapelle

Das Ausmaß der Zerstörung zeigte sich erst am Sonntagvormittag. In der Nacht zuvor schlug ein Blitz in die St. Jakobus Kapelle am Hochtannberg (Gemeinde Warth am Arlberg) ein und verwüstete sie. „Es sieht aus, als ob der Blitz durch ein Fenster hinein- und durch ein anderes hinausgefahren wäre“, sagt Thomas Walde von der Theodulbruderschaft, die zuletzt rund 150.000 Euro in die Renovierung investiert hatte.

Die Wucht des Blitzes sprengte den Turm des Gotteshauses regelrecht in die Luft. „Nun müssen wir noch einmal bis zu 100.000 Euro in die Hand nehmen“, befürchtet Walde.

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