Chronik | Österreich
01.11.2018

Unwetter: In Kärnten werden Dämme gesichert

Neuen Schäden durch Starkregen in Kärnten befürchtet. Zivilschutzwarnung in Mörtschach.

Am Donnerstag sind in den von Unwettern betroffenen Landesteilen Kärntens die Aufräumarbeiten fortgesetzt worden. Laut Landesalarm- und Warnzentrale gab es "noch jede Menge" Einsätze, wie es am Vormittag hieß, vor allem im Bezirk Hermagor. Dort hat am Donnerstag auch wieder starker Regen eingesetzt, sagte Johann Windbichler, Bürgermeister der Gemeinde Lesachtal, zur APA.

Windbichler erklärte, dass die Bundesstraße von Osten her nun einspurig für Einsatzfahrzeuge und die notwendigste Versorgung der Bevölkerung offen sei. Mit den Feuerwehren habe man es auch geschafft, die Außenorte der Gemeinde erreichbar zu machen. Weiterhin habe man es aber mit großen Erdrutschen zu tun, die beseitigt werden müssen. Stromversorgung gebe es nur punktuell. "Das Militär ist vor Ort und hilft."

Wegen der erneut starken Regenfälle im Oberkärntner Raum hat die Landesalarm- und Warnzentrale am Donnerstag eine Zivilschutzwarnung in der Mölltaler Gemeinde Mörtschach (Bezirk Spittal) abgesetzt. Die Behörden bitten die Bevölkerung zu Hause zu bleiben und gefährdete Gebiete zu meiden, teilte der Landespressedienst mit. Wegen der erneut starken Regenfälle drohen Murenabgänge. Laut einer Verkehrsmeldung der Polizei wurde die Mölltal Straße (B106) bei Lainach gesperrt. Ein Hang droht abzurutschen.

Auch Heinz Pansi, Bezirkshauptmann von Hermagor, berichtete von Starkregen, der am Donnerstag wieder eingesetzt hat. "Ich hoffe, dass wir das ohne weitere Probleme überstehen." Für die Erreichbarkeit des Lesachtals werde eine Ausweichstrecke über Forststraßen gesucht, ein Provisorium soll eingerichtet werden.

Die Arbeiten der Einsatzkräfte konzentrieren sich im Gailtal aktuell auf die Dämme. Die Gefahren der letzten Tage habe man weitgehend bannen können, man versuche nun Schäden an gebrochenen Dämmen notdürftig zu beheben, so Pansi. Bundesheerkräfte und Experten des Landes arbeiten daran, oberhalb von Rattendorf einen Dammverschluss mit Luftunterstützung zustande zu bringen.

Der Plöckenpass ist wegen Murenabgängen weiterhin geschlossen, sagte Pansi. Weil das bereits stark aufgeweichte Erdreich durch den neuen Regen destabilisiert wird, werden neue Murenabgänge befürchtet. Man müsse die Entwicklung abwarten. "Wir sind relativ intensiv beschäftigt. Wir haben 80 Kilometer an Dämmen, da kann an jeder Ecke was passieren."

"Heute am Allerheiligentag wird nicht viel gemacht", sagte der Spittaler Bezirkshauptmann Klaus Brandner. Die Aufräumarbeiten in seinem Bezirk seien am Mittwoch weitgehend abgeschlossen worden. Nun seien die Straßen wieder frei, die Stromversorgung "zu 99 Prozent" wieder gegeben. Am Vormittag hat dort leichter Regen eingesetzt.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat für die Bezirke Hermagor, Spittal und Villach-Land sowie den Bereich der Karawanken wieder eine Wetterwarnung ausgegeben. Die Niederschläge sollen aber bis zum Abend abklingen. Laut dem hydrographischen Dienst des Landes Kärnten waren die Pegelstände der Flüsse am Vormittag im Normalbereich. Größere Hochwasser wurden nicht prognostiziert.