Chronik | Oberösterreich
01.11.2018

Sturm beschädigte am Attersee bis zu 100 Boote

Bis zu zwei Meter hohe Wellen verzeichnet, Wasserretter stehen im Dauereinsatz.

Nach dem heftigen Föhnsturm in der Nacht auf Dienstag wird im oberösterreichischen Seengebiet erst jetzt das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Allein am Attersee sind laut Wasserrettung 50 bis 100 Boote betroffen. Sie haben sich im hohen Wellengang losgerissen, wurden ans Ufer geschleudert, liefen voll, krachten gegen Stege oder sanken an den Leinen hängend. Teilweise rissen sogar Bojenketten.

Bilder: Sturm beschädigte bis zu 100 Boote

Unwetter am Attersse: Boote zerstört

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"Wir haben bis jetzt 14 Boote geborgen, aber es stehen noch jede Menge Aufträge an", sagte Christoph Bauer, stellvertretender Abschnittsleiter der Wasserrettung für den Attesee, am Donnerstagvormittag zur APA. Am See seien während des Sturms bis zu zwei Meter hohe Wellen verzeichnet worden. "Einige Boote wurden so weit ans Ufer geschleudert, dass man sie vom Wasser aus nicht bergen kann. Dazu wird es Kräne brauchen."

Er könne sich an kein ähnlich folgenreiches Sturmereignis am See erinnern, berichtete Bauer. "Es gab zwar im Herbst 2002 schon einmal einen sehr starken Föhnsturm. Aber der war im November, da waren die meisten Boote schon im Winterlager und nicht mehr im Wasser." Darum seien damals vor allem Steganlagen und Bootshütten beschädigt worden.

Nach dem der Sturm am Montag gegen 21.00 Uhr losbrach, sei der Wind noch am Dienstagvormittag so stark gewesen, dass an eine Bergung der havarierten Boote nicht zu denken war. "Die Gefahr für die eigene Gesundheit und das Material wäre zu groß gewesen", sagte Bauer. Nun stehe man jedoch seit bereits gut zwei Tagen voll im Einsatz. "Wir werden aber sicher noch länger mit den Bergearbeiten beschäftigt sein."

Das Ausmaß des finanziellen Schaden für die Bootsbesitzer könne er nicht abschätzen, so Bauer. Wie der ORF Oberösterreich am Mittwochabend berichtet hat, mussten am Attersee zudem zahlreiche Feuerwehren mit Bergegerät zur Unterstützung ausrücken und teilweise ausgetretenes Öl und Diesel binden und absaugen.

Glimpflicher als der Attersee ist im Sturm zu Wochenbeginn der Traunsee davongekommen. "Es befinden sich nicht mehr so viele Boote im See", berichtete der zuständige Abschnittsleiter Jochen Brunner. Der Wasserretter sprach am Donnerstag von vier größeren Einsätzen. "Zwei Boote haben wir bereits geborgen, eines liegt noch auf Grund, ein Viertes wurde gesichert und fixiert." Den Einsatzkräften machte im Sturm vor allem eine losgerissene Segeljacht zu schaffen, die mitten in der Nacht in Gmunden immer wieder gegen die Hafenmauer geworfen wurde. "Wie sich herausgestellt hat, war aber erst an eine Bergung zu denken, nachdem der Sturm nachgelassen hat. Gott sei Dank waren keine Personen betroffen", sagte Brunner.

Nur geringe Schäden wurden auch vom Mondsee und den Seen im Salzburger Flachgau gemeldet. Wie Markus Gewolf von der Wasserrettung Salzburg zur APA sagte, hätten am Mondsee zwar vereinzelt Boote geborgen werden müssen, die sich von den Bojen losgerissen haben. "Insgesamt waren die Folgen aber weit weniger dramatisch als in Oberösterreich."