© APA/STGHA/JAKOB HILZENSAUER

Chronik Österreich
06/02/2021

Ein Toter nach Schwefeldioxid-Austritt bei Firma in Hallein

Bei einer Zellstofffabrik ist Mittwochfrüh das giftige Gas ausgetreten. Zuvor dürfte ein Druckrohr explodiert sein. Ein Arbeiter sei gestorben.

von Petra Stacher

Ein Toter. Das ist die traurige Bilanz eines Betriebsunfalls am Mittwoch im Salzburger Hallein. In der Zellstofffabrik AustroCel kam es in den frühen Morgenstunden zu einem Austritt von Schwefeldioxid (SO₂).

Das Unglück passierte um 5.41 Uhr. Eine rund acht Meter lange Gasdruckleitung, die unter acht Bar Druck stand, riss auf etwa der Hälfte der Länge auf, woraufhin im Gebäude der Zellstoffkocherei das giftige Gas austrat. Ein Mitarbeiter – 1966 geboren – der sich in der Nähe befand, wurde vom knapp 170 Grad heißen Schwefeldioxid getroffen und kam dabei ums Leben.

Entwarnung

Die Einsatzkräfte rückten mit schwerer Atemschutz-Ausrüstung zu dem Unglücksort an. Zum Niederschlagen des Gases setzten sie am Werksgelände Wasser ein. Zudem stationierten sie Posten in der Nachbarschaft.

Auf der Firmenhomepage und über Radiodurchsagen wurden die Anrainer aufgerufen, sich sofort in geschlossene Gebäude zu begeben, sämtliche Fenster und Außentüren zu schließen und  nasse Tücher zur Abdichtung bereitzuhalten.

Stunden später dann die Entwarnung: „Die Emissionsmessstellen in der Umgebung zeigten kurz nach 8.30 Uhr keine erhöhten Messwerte für SO₂ an, für Anrainerinnen und Anrainer sowie für Beschäftigte der AustroCel besteht keine Gefahr“, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens.

Ursache noch unklar

In Kellern und tiefergelegten Stockwerken wurden Stunden nach dem Austritt noch Messungen durchgeführt, um auszuschließen, dass sich dort Gas festsetzte. Gegen 15 Uhr gab die Bezirkshauptmannschaft aber auch hier Entwarnung.

Jörg Harbring, Geschäftsführer der AustroCel Hallein, bedauerte den Vorfall zutiefst und drückte Angehörigen und Freunden des Opfers sein Mitgefühl aus. Laut dem Unternehmen werde die Anlage jedes Jahr gewartet und technischen Überprüfungen unterzogen.

Warum genau das Rohr riss, war Mittwoch bis Redaktionsschluss noch unklar.  Ermittler des Landeskriminalamts sowie gerichtliche Sachverständige waren vor Ort, um die Sachlage für die Staatsanwaltschaft zu überprüfen. Die sei bei solchen Vorfällen Routine.

Die AustroCel in Hallein  beschäftigt mehr als 290 Mitarbeiter und zählt zu den Marktführern in China für Textilzellstoff aus Nadelholz.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.