© Land Tirol/G. Berger

Sonderlandtag
05/11/2021

Tiroler VP bringt weiter kein Licht ins Labordunkel

Bei einer außerordentlichen Sitzung des Tiroler Landtags wurden zwei neue VP-Landesräte gewählt. Die Opposition bohrte dabei in der Laboraffäre nach.

von Christian Willim

„Es ist ganz einfach.“ Das meinte zumindest Tirols Vize-Landeshauptmann Josef Geisler (VP) am Dienstag bei einem Sonderlandtag auf eine Anfrage von SP-Chef Georg Dornauer. Der wollte wissen, wer die Verantwortung trägt, sollten PCR-Tests der HG Labtruck falsch gewesen sein. Geisler: „Die mittels Werkvertrag beauftragte Firma.“ Ganz einfach.

Fragen zur politschen Verantwortung in der Laboraffäre weicht die Tiroler VP – vom Landeshauptmann und oberstem Krisenmanager Günther Platter abwärts – weiter konsequent aus. Dabei stellte die VP den vergangene Woche zurückgetretenen Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Seine und die Nachbesetzung der ebenfalls zurückgetretenen VP-Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf war der Grund für die außerordentliche Landtagssitzung am Dienstag. Die Opposition nützte die Gelegenheit freilich, um weiter in der PCR-Causa nachzubohren.

Befundung im Fokus

Der zentrale Vorwurf gegen das Labor des umstrittenen Wiener Urologen Ralf Herwig lautet, dass entgegen der gesetzlichen Vorgaben kein Facharzt für die Befundung namhaft gemacht wurde.

Herwig stellte vergangene Woche im KURIER gar infrage, ob „ein Labormediziner überhaupt notwendig“ sei. Es würden bei ihm aber ohnehin mehrere Mediziner unter Vertrag stehen.

Namen von diesen Fachärzten wurden bis heute keine genannt, weder von der HG Labtruck, noch vom Land oder den VP-Spitzen. „Es waren hier mehrere Mediziner im Einsatz, die Befundungen durchgeführt haben“, versicherte nun auch Geisler, der bis zur kurz darauf erfolgten Angelobung von Tilgs Nachfolgerin für einige Stunden die Gesundheitsagenden innehatte.

Seit Herbst hat die HG Labtruck nach freihändiger Vergabe durch die Landesregierung PCR-Diagnosen im Wert von über acht Millionen Euro an das Land verrechnet. Für Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger trifft das Land ein „Auswahlverschulden“, sollte nicht fachgerecht gearbeitet worden sein.

Derzeit wird noch untersucht, in welchem Ausmaß die Zahl der Fälle einer Fluchtmutation überschätzt wurde. Es geht aber weniger um die Qualität der Tests insgesamt, als vielmehr darum, ob sie das Labor überhaupt hätte machen dürfen.

Wie berichtet, gibt es nun aber auch Vorwürfe gegen den privaten Betreiber einer Antigentest-Screeningstraße, der Teil von „Tirol testet“ ist. Die Ergebnisse der Schnelltests – gleichsam offizielle Atteste – sollen an mehreren Standorten vor Ablauf der erforderlichen Wartezeit ausgegeben worden sein.

Kontrollschwerpunkt

Die frisch gewählte Gesundheitslandesrätin Annette Leja versuchte, in der Causa am Dienstag gleich Flagge zu zeigen. Sie kündigte noch in dieser Woche einen Kontrollschwerpunkt bei Antigen-Testanbietern an.

Die stichprobenartigen Überprüfungen sollen vorwiegend anonym erfolgen, um ein möglichst ungefiltertes Lagebild zu erhalten, hieß es in einer Aussendung.

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