Chronik | Österreich
11.02.2019

Tief "Uwe" sorgt für Schnee und Sturm - Häuser in Salzburg nicht erreichbar

Ortsteil im Lungau nicht erreichbar. Erhebliche Lawinengefahr in NÖ und Tirol. Zur Wetterprognose.

Die Sturmtief "Uwe" sorgt zu Beginn der Woche winterliches und windiges Wetter. Die Meteorologen der ZAMG sagten für heute Schnee und Regen vorher. An der Alpennordseite wird es anhaltend schneien. Im Süden gibt es Sonne. Die Lawinengefahr ist in Teilen des Landes wieder gestiegen.

Lawine versperrte Zufahrtstraße

Zum dritten Mal seit Anfang Jänner sind im Salzburger Lungau 25 Häuser von der Außenwelt abgeschnitten. An der Situation im Ortsteil Jedl (Gemeinde Muhr) wird sich zumindest am Montag auch nichts ändern: Die am Sonntag von einer Gleitschneelawine verlegte Zufahrtsstraße bleibt zumindest bis Dienstagfrüh gesperrt. Weil noch nicht alle Hänge entladen sind, sei keine gefahrlose Schneeräumung möglich.

In den Hängen über der Straße würden sich immer noch Gleitschneelawinen befinden, dies habe ein Erkundungsflug am Sonntag gezeigt. Für die Bewohner ortete Bürgermeister Sepp Kandler (SPÖ) allerdings keine akuten Probleme. "Abgesehen davon, dass sie das Tal nicht verlassen können, sollten es keine Probleme mit der Versorgung geben." Im Falle medizinischer Notfälle könne ein Hubschrauber angefordert werden.

Ebenfalls geschlossen bleibt am Montag der Zinkenlift bei Bad Dürrnberg (Tennengau). Dort hatte eine auf der steilen Wiese abgerutschte Gleitschneelawine am Sonntag gegen 4.00 Uhr früh ein Stütze des Sessellifts getroffen. Die Mitarbeiter waren den ganzen Sonntag damit beschäftigt, die Stütze von dem gepressten Schnee zu befreien. Heute soll nun ein Experte der Herstellerfirma die Seilbahn auf etwaige Schäden untersuchen.

Wetter

Prognose

Von kurzen Auflockerungen abgesehen überwiegen heute Montag die Wolken und einige Schnee-, Schneeregen- und Regenschauer gehen nieder. In den Staulagen der Alpennordseite schneit es vielerorts anhaltend. Die Schneefallgrenze bewegt sich zwischen 400 und 800m Seehöhe. Weitgehend trocken bleibt es tagsüber einzig im Süden und Südosten, dort gibt es auch einige Sonnenfenster. Sonnige Auflockerungen sind am Nachmittag auch über dem Flachland möglich. Der Wind bläst meist lebhaft bis kräftig aus West bis Nordwest, nur an der Alpensüdseite greift er vorerst kaum durch. Tageshöchsttemperaturen meist plus 2 bis 9 Grad.

Der Süden bietet auch am Dientag trockenes und zeitweise sonniges Wetter. Im übrigen Österreich lässt sich die Sonne nur zwischendurch blicken. Hier gibt es wiederholt stärkere Wolkenfelder, die einige Schneeschauer, in tiefen Lagen auch Schneeregen- oder Regenschauer bringen. Teils anhaltend schneit es erneut entlang der Alpennordseite. Der Wind weht oft lebhaft bis stürmisch aus Nordwest bis Nord und dringt selbst bis in einige Täler Osttirols und Kärntens vor. Frühtemperaturen minus 4 bis plus 2, Tageshöchsttemperaturen meist nur minus 1 bis plus 6 Grad, in Osttirol unter Nordföhn bis 8 Grad.

Lawinengefahr in Tirol und NÖ

Die Lawinengefahr ist heute in Teilen Niederösterreichs auf Stufe 3 der fünfteiligen Skala gestiegen. In den hohen und mittleren Lagen der Ybbstaler Alpen und des Rax-Schneeberggebietes wurde das Risiko aufgrund von Sturm und Neuschnee als "erheblich" angesehen.

Mit Neuschnee und starkem Wind ist auch in Tirol die Lawinengefahr wieder verbreitet auf "erheblich" angestiegen. Vor allem oberhalb der Waldgrenze entstanden umfangreiche Triebschneeansammlungen, teilten die Experten des Landes mit. Diese frischen Triebschneeansammlungen können schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst und vereinzelt groß werden.

Die Gefahrenstellen würden sich hauptsächlich an sehr steilen Schattenhängen sowie in Kammlagen befinden und seien bei schlechter Sicht kaum zu erkennen. Heikel seien auch Stellen, wo Oberflächenreif eingeschneit wurde. Vorsicht war laut Lawinenwarndienst vor allem an steilen Schattenhängen im Bereich der Waldgrenze sowie unterhalb der Waldgrenze geboten.

Im häufig befahrenen Variantengelände und auf "Modetouren" sei die Lawinensituation günstiger. Es bestehe jedoch eine latente Gefahr von Gleitschneelawinen, vor allem unterhalb von rund 2.400 Meter an steilen Grashängen. Gleitschneelawinen können zu jeder Tages- und Nachtzeit abgehen, hieß es.

"Uwe" knickte Bäume um

Das Sturmtief "Uwe" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h hat in Vorarlberg am Sonntagabend einige Bäume geknickt. Die Feuerwehr musste 15 Mal ausrückten, teilte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch auf APA-Anfrage mit. In einem Fall wurde ein Hausdach beschädigt, verletzt wurde aber niemand. Nach Angaben der RFL konzentrierten sich die Einsätze auf den Bezirk Feldkirch. Gegen Mitternacht ließ der Wind schließlich deutlich nach.