Chronik | Österreich
04.12.2018

Therapie für krankes Kind: Gericht muss neu urteilen

Spital will teure Behandlung nicht zahlen, OGH entschied nun für Georg: Grazer Behörde prüft erneut.

Für Georgs Therapie gibt es wieder Hoffnung: Der Oberste Gerichtshof wies den Fall an das Gericht in Graz zurück -  es urteilt somit  erneut darüber, ob die steirische Spitalsholding die Behandlung übernehmen muss.


Für den 13-jährigen Steirer geht es um viel -   um sein Leben. Er leidet an fortgeschrittenem und weiter fortschreitendem Muskelschwund: Georg kann keine feste Nahrung mehr schlucken, er muss nachts oft schon beatmet werden. Georgs Mutter Claudia Polic kämpft gemeinsam mit Rechtsanwältin Karin Prutsch seit dem Frühjahr darum, dass die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGES) Georg mit „Spinraza“ behandelt. Dieses Medikament kostet pro Spritze 77.000 Euro, könnte aber die Folgen der Erkrankung mildern, wenn nicht sogar deren Fortschreiten stoppen. Doch die KAGES lehnte ab: Georg sei zu alt dafür.

 


Prutsch ging vor Gericht und versuchte, die Therapie mittels einstweiliger Verfügung durchzusetzen. Allerdings wiesen dies sowohl das Landesgericht für Zivilrechtssachen als auch das Oberlandesgericht Graz als zweite Instanz ab: Die Richter folgten der Einschätzung der KAGES-Mediziner, wonach ein erfolgreicher Einsatz des Medikamentes bei Patienten, die älter sind als zwei Jahre, nicht nachweisbar sei. Prutsch legte neue Unterlagen und Gutachten vor und beantragte die einstweilige Verfügung erneut: Dadurch hätte die KAGES zur Therapie gezwungen werden sollen. Doch auch das wurde abgelehnt.


Am Montag beschloss jedoch der OGH, den Fall zurück an das Oberlandesgericht zu schicken. Außerdem müsste sich die zweite Instanz auch „inhaltlich mit dem Sachverhalt“ befassen, fordert der OGH-Senat.


Der Rechtsstreit geht somit weiter, Georg ist aber unabhängig davon schon in Therapie. Über eine Spendenaktion brachte Prutsch die dafür nötigen 308.000 Euro auf.