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Chronik Österreich

Terror in Wien: So kam der Attentäter an die Waffen

Ein Jugendfreund, den Kujtim F. im Gefängnis wieder traf, soll ihn unterstützt haben.

von Markus Strohmayer

08/16/2021, 07:50 PM

Vier Menschen verloren in der Nacht des zweiten Novembers ihr Leben, mehr als 20 wurden teils schwer verletzt. Attentäter Kujtim F. marschierte damals mit Kalaschnikow, Pistole, Machete und kiloweise Munition durch die Wiener Innenstadt und feuerte wahllos um sich. Für viele war danach unverständlich, wie sich ein einschlägig vorbestrafter 20-Jähriger – von den Behörden unbemerkt – derart schwer bewaffnen konnte.

Wie Standard und Presse am Montagabend berichteten, dürften ein alter Freund und die gemeinsame Zeit im Gefängnis eine entscheidende Rolle gespielt haben. Dem Bericht zufolge saßen der spätere Terrorist Kujtim F. und sein gleichaltriger Freund Ishaq S. zusammen in der Justizanstalt Josefstadt. Die beiden sollen sich über ihre Eltern seit Kindertagen gekannt haben. Beide entwickelten sich zu glühenden IS-Anhängern, wofür sie 2019 verurteilt wurden.

Nach ihrer frühzeitigen Entlassung sahen sie sich am 1. November zum letzten Mal bei einem Kebabstand bei der U-Bahn-Station Alterlaa, wie Ishaq S. bei seiner Einvernahme erzählt haben soll. Also am Abend vor dem Terroranschlag. Diese Information dürfte aus einem Bericht des Verfassungsschutzes stammen, auf den sich die Zeitungen berufen.

Kontaktmann

Diesem zufolge soll sich S. sogar mit seiner Tatinvolvierung gebrüstet haben. Besonders brisant: Der IS-Anhänger erzählte den Ermittlern, „dass der Attentäter ohne sein Zutun niemals die Tatwaffe erlangt hätte“. Denn Ishaq S., der bereits mehrfach in Haft war, lernte bei einer früheren Strafe in der Justizanstalt Hirtenberg einen Mithäftling kennen. Diesen vernetzte er mit Kujtim F. – besagter Mithäftling soll es auch gewesen sein, der den Attentäter mit dem Waffen- und Munitionsverkäufer zusammen brachte. Die Identität des Vermittlers wurde in dem Verfassungsschutzbericht offenbar nicht genannt.

S. wurde jedenfalls im April dieses Jahres verhaftet und sitzt seitdem mit sechs weiteren Beschuldigten in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt 22 Personen.

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