Hagelkörner in der Steiermark

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Chronik | Österreich
07/08/2019

Hagel in der Steiermark zerstörte rund 6.000 Hektar Kulturen

Hunderte Unwettereinsätze im Süden Österreichs. Ironman-Zielgelände in Klagenfurt evakuiert. Schwere Hagelschäden in der Steiermark.

Schwere Gewitter und Starkregen mit Hagel haben am Wochenende in der Steiermark Schäden in der Landwirtschaft angerichtet: Betroffen sind in den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz, Weiz, Hartberg-Fürstenfeld und Bruck-Mürzzuschlag sämtliche Ackerkulturen, Weinkulturen und das Grünland. Insgesamt wurde eine Fläche von rund 6.000 Hektar teilweise regelrecht zerstört, so die Hagelversicherung.

"Es entstand ein Gesamtschaden an landwirtschaftlichen Kulturen in der Höhe von 1,3 Millionen Euro. Wieder einmal wird uns deutlich vor Augen geführt, dass die Landwirtschaft von Unwetterextremen, welche durch klimatische Veränderungen mit zunehmender Wucht auftreten, stets als erste und am stärksten betroffen ist. Zudem ist durch die zunehmende Verbauung immer weniger Boden als natürlicher Wasserspeicher vorhanden. Das führt insgesamt zu einer Steigerung der Schäden", so der zuständige Landesleiter in der Steiermark Josef Kurz. Kein anderes Bundesland werde derart häufig von Hagelunwettern heimgesucht wie die Steiermark.

Hohe See auf Kärntner Gewässern

Eine Gewitterfront ist am Sonntag auch über Kärnten hinweggezogen und hat Sturm, Regen und Hagel mitgebracht. Bei der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) wurden ab Mittag gut 100 Unwettereinsätze gezählt. Zuerst waren die westlichen Bezirke Hermagor und Spittal betroffen, im Laufe des Nachmittags gab es dann auch viele Einsätze in Mittel- und Unterkärnten.

Zum Großteil hatten es die Feuerwehrleute mit umgestürzten Bäumen zu tun, vereinzelt mussten sie es aber auch wegen abgedeckter Häuser ausrücken. Es gab überflutete Keller und Bäche, die über die Ufer traten. In Poggersdorf (Bezirk Klagenfurt-Land) gab es während des Unwetters einen Wirtschaftsgebäudebrand, was genau das Feuer ausgelöst hatte, war zunächst unklar. Auf den Seen gerieten wegen des Sturms immer wieder Boote in Seenot, so etwa am Ossiacher See und am Millstätter See.

Am Wörthersee kenterten mehrere Boote. Wie die Polizei berichtete, fegten Windböen der Stärken fünf bis sechs mit Kammwellen von bis zu 1,5 Metern Höhe über das Wasser. Das Motorboot und das Segelboot gerieten in Seenot und kenterten schließlich. Sämtliche an Bord befindlichen Personen wurden unverletzt gerettet

Wegen starker Regenfälle sowie heftiger Sturmböen musste das Zielgelände des Ironman Austria 2019 in der Klagenfurter Ostbucht am Nachmittag vorübergehend evakuiert werden, berichtete der Landespressedienst.

Dächer abgedeckt

Schon in der Nacht auf Sonntag gab es im Süden Österreichs einige Feuerwehreinsätze. Die Einsatzkräfte hatten es mit durch Blitzschläge ausgelösten Bränden, umgestürzten Bäumen und Schäden durch heftige Windböen zu tun. In Kärnten war der Raum Spittal an der Drau besonders betroffen. Laut Polizei wurde durch den Sturm ein Wohnhaus mit Pultdach abgedeckt.

Darüber hinaus gab es vorübergehend mehrere Straßensperren wegen umgestürzter Bäume. Betroffen war auch die Tauernautobahn.

Brände durch Blitze

In Hermagor brannte ein Baum wegen Blitzschlags. In Kärnten gab es laut Landesalarm- und Warnzentrale insgesamt rund 40 Sturmeinsätze für die Feuerwehr.

In Riegersburg (Bezirk Südoststeiermark) schlugen Blitze in zwei Häuser ein und setzte die Dächer in Brand. In beiden Häusern war niemand zuhause, die Feuerwehr löschte die Brände. In Neudau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) löschten die Hausbewohner, eine 35-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann einen Brand durch Blitzeinschlag mit einem im Haus befindlichen Feuerlöscher selbst. Die steirischen Feuerwehren registrierten 16 Unwettereinsätze.