Chronik | Österreich
28.10.2018

Starkregen: Schäden nach Sturmböen in Kärnten

Abgedeckte Häuser und gesperrte Straßen wegen umgestürzter Bäume. Erste Murenabgänge. Pegel der Flüsse steigen auch in Salzburg.

Vor dem prognostizierten Hochwasser ist in der Nacht auf Sonntag ein Sturm mit mehr als 100 Kilometer pro Stunde über Kärnten - vor allem den Raum Ferlach - hinweggefegt. Mehrere Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden und Hausdächer wurden abgedeckt. Erste Murenabgänge sind wohl nur die Vorboten des anhaltenden starken Regenfalls.

Seit etwa Mitternacht sorgen orkanartige Windböen für Probleme in Ferlach und Umgebung. In den Bereich Unterbergen und Unterloibl wurde mehrere Häuser und Gebäude beschädigt. Die Loiblpass Straße (B91) zwischen Kirschentheuer und Unterloibl musste in beide Richtungen gesperrt werden, da der Sturm ein Dach abgedeckt hat. Es besteht die Gefahr, dass noch mehr Teile auf die Straße fallen. Die in der Nacht eingerichtete Umleitung über Ferlach konnte Sonntagfrüh allerdings wegen umgestürzter Bäume ebenfalls nicht mehr befahren werden.

Rund 100 Feuerwehrleute waren vorerst im Einsatz. Der Sturm sollte gegen Sonntagmittag nachlassen. Während für Sonntagvormittag eine Sitzung des Koordinationsausschusses des Landes Kärnten zur Vorbereitung auf das drohende Hochwasser einberufen wurde, gab es in der Nacht bereits erste Murenabgänge: Die Gailtal Straße (B111) zwischen St. Jakob im Lesachtal und Strajach wurde daher gesperrt. Die Plöckenpass Straße (B110) zwischen Mauthen und der Staatsgrenze war ebenfalls wegen Muren gesperrt.

Sonntagfrüh waren die Pegel der Flüsse im Süden von Oberkärnten wegen des anhaltenden Regens bereits deutlich angestiegen. Die Gail hatte schon den Stand eines ein- bis fünf-jährlichen Hochwassers (HQ 1 - HQ 5) erreicht.

Große Regenmengen haben am Sonntag auch im Pinzgau, Pongau und Lungau zu hohen Pegelständen geführt. In Großarl, Bad Hofgastein und Rauris wurde am Vormittag die Meldegrenze erreicht. Im Laufe des Sonntags und auch Anfang der Woche stehen die Fließgewässer im Süden Salzburgs unter "strenger Beobachtung", wie der Hydrographische Dienst des Landes in einer Presseaussendung am Sonntag mitteilte.

"Ursache für die auffallend erhöhte Wasserführung sind vor allem die Niederschlagsfelder in Oberkärnten, die von Süden her vereinzelt über den Alpenhauptkamm reichen und teils ergiebigen Regen bringen", sagte Harald Huemer vom Hydrographischen Dienst. Laut Experten können die Pegelstände von Rauriser, Gasteiner und Großarler Ache im Laufe des Sonntags die Warngrenze erreichen. Die hohe Schneefallgrenze von rund 2.000 Metern könne dabei zu schwer vorhersagbaren zusätzlichen Niederschlägen führen. In den kommenden zwei Tagen sei speziell im Lungau und Oberpinzgau mit viel Regen zu rechnen.