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Chronik Österreich
09/02/2019

Das war der Sommer: Eine Million Blitze und große Hitze

Laut Ubimet lag der Gewitterschwerpunkt in der Steiermark. Das Land schnaufte unter überdurchschnittlich heißem August.

Der Sommer hatte es gewittertechnisch in sich. Exakt 1.010.195 Blitzentladungen registrierte das Blitzmessnetz des Wetterdienstes Ubimet.

Spitzenreiter war laut Angaben der Österreichischen Unwetterzentrale die Steiermark mit 285.460 Blitzen - immerhin mehr als ein Viertel aller Entladungen. Allein im Bezirk Liezen wurden 36.246 regisitriert. Auch bei der Blitzdichte hat die Steiermark mit rund 17 Blitzen pro Quadratkilometer die Nase vorne.

An zweiter Stelle bei der Blitzhäufigkeit folgt Niederösterreich mit 180.410, an dritter Stelle Oberösterreich mit 165.462 Entladungen.

Der stärkste Blitz wurde in Gmunden gemessen. „Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 295.000 Ampere am Nachmittag des 6. Juni in Gosau“, erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.  „In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 18.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.“

Wer jetzt an einen Rekordwert glaubt, der irrt. Zwar gab es heuer etwas mehr Blitze als im Vorjahr, der gewitterreiche Sommer 2017 hatte allerdings mehr Entladungen zu bieten.

„Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich“, sagt Spatzierer. Obwohl der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, waren österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme. An 79 von 92 Tagen wurde im Land mindestens eine Blitzentladungen registriert. Allein im Bezirk Murtal gab es an 49 Tagen Gewitter.

Heiß, heißer, August

Waren die Blitze nicht rekordverdächtig so war es zumindest der August. Nach dem Juli hat nun auch der August überdurchschnittlich warme Temperaturen gebracht und damit den Trend zu einem immer wärmerem Klima fortgesetzt.

1,8 Grad lag der August über dem vieljährigen Mittel und war damit einer der zehntwärmsten der 253-jährigen Messgeschichte, berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

„Überdurchschnittlich warme August-Monate sind in den letzten Jahren fast schon der Normalfall. Seit 1990 gab es in Österreich zwölf deutlich überdurchschnittlich warme und nur drei deutlich zu kühle August-Monate. 15-mal lag ein August ziemlich genau im Bereich des Durchschnitts“, erklärt Alexander Orlik von der ZAMG.

Südburgenland als Hitzepol

Dabei zeichnet sich ein klares Ost-West-Gefälle ab: In Vorarlberg, Nordtirol und in den nördlichen und westlichen Teilen von Salzburg war der August im langjährigen Vergleich zwischen einem und 1,5 Grad wärmer. Weiter im Osten war er um 1,5 bis 2,5 Grad zu warm. Vom Neusiedler See bis zum Südburgenland war es mit Abweichungen von 2,6 bis 2,8 Grad noch etwas heißer.

Im burgenländischen Andau wurde am 10. August mit 35,6 Grad auch die absolut höchste Temperatur des Monats erzielt. Generell war es am 18. August am heißesten. An diesem Tag wurden an 122 Wetterstationen die jeweiligen Monatshöchstwerte erreicht.

Trockenheit

Die Niederschlagsmenge blieb im August hingegen um 21 Prozent unter dem Durchschnitt. Vor allem von Salzburg bis Wien und von der Donau bis nach Kärnten blieben die Niederschlagsmengen um 25 bis 50 Prozent hinter den klimatologischen Mittelwerten zurück. Im burgenländisch-niederösterreichisch-steierischen Grenzgebiet sowie in Teilen des Traunviertels war es mit Defiziten von 50 bis 70 Prozent besonders trocken.

„Nur in wenigen Regionen war der August 2019 überdurchschnittlich nass, wie größtenteils in den Bezirken Bludenz, Landeck und Hollabrunn“, sagte Orlik. „Wie so oft im Sommer gab es bei Gewittern innerhalb von kurzer Zeit große Regenmengen. Zum Beispiel kamen am 24. August im burgenländischen Lutzmannsburg in einer Stunden 70 Millimeter Regen zusammen. Das sind hier 86 Prozent der Regenmenge eines gesamten durchschnittlichen August-Monats.“

Kaum Frost am Berg

Die fast durchwegs sehr warmen Wetterlagen wirkten sich auch auf den Frost im Hochgebirge aus. Am Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3.109 Meter Seehöhe in den Hohen Tauern, gab es nur sechs Frosttage. Ein durchschnittlicher August bringt am Sonnblick elf Frosttage, also fast doppelt so viele wie in diesem Jahr. Außerdem registrierte die ZAMG am Sonnblick keinen einzigen Eistag, wofür die Temperatur ganztägig unter null Grad liegen müsste. Im vieljährigen Durchschnitt gibt es hier zwei Eistage.

Die Sonnenscheindauer lag im August um sechs Prozent hinter dem Normalwert zurück. Damit ist das der sonnenärmste August seit 2014. Damals schien die Sonne im Österreichmittel um 21 Prozent weniger. Die größten Differenzen zum jeweiligen Mittel gab es mit zehn bis 30 Prozent vom Tiroler Unterland bis Salzburg, in Osttirol, Oberkärnten und in der Obersteiermark entlang der Mur.