Chronik | Österreich
06.12.2018

Skischul-Skandal: Hoher Beamter im Visier der Justiz

Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft liegt beim Justizministerium. Im Zentrum der Vorwürfe stehen zwei Personen

13 Opfer von sexualisierter Gewalt im Ski-Nachwuchsbereich haben sich im Vorjahr bei einer Expertenkommission des Landes Tirol gemeldet. Die hat, wie berichtet, ihren Endbericht vorgelegt und die Vorwürfe bestätigt. Zu Übergriffen ist es demnach auch in der Skihauptschule Neustift im Stubaital gekommen.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Innsbruck hat inzwischen ihren Vorhabensbericht zu der Causa an das Justizministerium übermittelt, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Im Visier der Anklage ist demnach der ehemalige Heimleiter der Kaderschmiede.

Bei einer zweiten Person handelt es sich laut KURIER-Informationen um einen ehemaligen Pädagogen, der über Jahrzehnte an der Schule tätig war. Er ist heute, wie berichtet, hoher Beamter im Tiroler Schulwesen.

Ausgerechnet ein Sprung auf der Karriereleiter verhinderte bisher ein Disziplinarverfahren gegen den Mann. Als die Vorwürfe gegen ihn im Vorjahr bekannt wurden, führte das zunächst zu einer Suspendierung, die allerdings aus formalen Gründen wieder aufgehoben werden musste.

Denn nach über drei Jahrzehnten an der Skihauptschule Neustift als Lehrer und Trainer wechselte der Pädagoge 2014 durch eine Beförderung vom Landes- in den Bundesdienst. Da sich die Vorwürfe auf die Zeit im alten Dienstverhältnis beziehen, gibt es keine Möglichkeit für ein Disziplinarverfahren. Der Beamte (für den die Unschuldsvermutung gilt) versieht seither allerdings nur noch Innendienst.

Verschollene Notiz

Ihm wurden bereits in den 1990er-Jahren Übergriffe auf Mädchen vorgeworfen. Das belegt auch eine im Zuge der Aufarbeitung gefundene Aktennotiz. Die versickerte allerdings in der Sportabteilung des Landes. Warum der Vermerk nicht an die Bildungsabteilung weiter geleitet wurde, konnte auch die Expertenkommission nicht klären.