Chronik | Österreich
10.05.2017

Schwarz-Blau mag es sauber: "Haut’s Tschick nicht weg"

Grazer Koalition installiert "Sauberkeitsombudsmann" und erhöht Strafen für Verschmutzung von Straßen.

Es ist ihr erster gemeinsamer Presseauftritt seit der Kür zu Bürgermeister sowie Stellvertreter. Und den befüllen Siegfried Nagl, ÖVP, und Mario Eustacchio, FPÖ, mit einer "Sauberkeitsoffensive": So rasch wie möglich sollen die Strafen für das achtlose Fallenlassen von Müll in Graz erhöht, ein "Sauberkeitsombudsmann" installiert und größere Mülleimer aufgestellt werden. Solche gar, die melden, wenn sie voll sind.

"Bei Umfragen steht das Thema Sauberkeit immer an oberster Stelle", begründet Vizebürgermeister Eustacchio das Engagement der schwarz-blauen Koalition in Sachen Müll. "Wichtig ist, das Bewusstsein schaffen: Haut’s eure Tschick nicht weg, spuckt’s eure Kaugummis nicht aus." Die Holding Graz bekommt eine "schnelle Eingreiftruppe, die Abfall rasch beseitigen soll. Laut Stadtchef Nagl sind das zwei Teams mit insgesamt vier bis sechs Vollzeitjobs.

35 Euro Strafe

Fruchtet die (PR-)Kampagne nicht, sollen Strafen helfen: Derzeit wäre achtloses Wegwerfen mit zehn Euro zu ahnden, bloß kam das im Vorjahr nur einmal vor. Stattdessen gab es 783 (kostenfreie) Ermahnungen. Sobald die neue Verordnung beschlossen ist, geht es um 35 Euro pro ertapptem Sünder, das dürfte Mitte Juni so weit sein. "Immer noch moderat gegenüber Wien", merkt Nagl an, dort sind es 50 Euro.

Exekutiert wird das von der Ordnungswache. Deren 54 Mitarbeiter werden angewiesen, ab sofort und damit noch vor der neuen Verordnung das Ermahnen zu beenden und stattdessen die zehn Euro zu kassieren. Zusätzlich sollen auch die rund 1000 Kilometer Straße, 2500 Quadratkilometer Grünfläche und 75 Spielplätze öfter gereinigt werden. Wie viel das zusätzlich kosten wird, lässt die Koalition erst berechnen.