Chronik | Österreich
13.07.2018

Rettende Arznei für Kind: Volksanwalt setzt sich ein

Zwölfjähriger Steirer leidet an Muskelschwund. Medikament soll helfen, doch Spitalsholding lehnt die Therapie ab.

Georg bekommt nun auch Unterstützung von der Volksanwaltschaft: Günther Kräuter setzt sich für den Zwölfjährigen ein, dem eine Therapie mit einem bestimmten Medikament verweigert wird.

Der Bub leidet an spinaler Muskelatrophie. Der Muskelschwund lähmt ihn immer mehr: Mittlerweile sitzt Georg im Rollstuhl, kann nur noch Brei zu sich nehmen, weil er Schluckbeschwerden hat. Nachts setzt immer öfter seine Atmung aus.

Seine Mama Claudia Polic setzt ihre Hoffnung auf ein Medikament: „Spinraza“ soll den Zustand ihres Sohnes nicht nur stabilisieren, sondern auch verbessern und ihm letztlich das Leben retten. Doch die Behandlung hat ihren Preis: 77.000 Euro kostet allein eine Spritze. Georg bräuchte innerhalb von vier Wochen vier Stück, danach alle paar Monate wieder eine weitere.

Neuer Antrag

Die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGES) verweigert das aber. Es sei nicht nachweisbar, dass das Mittel bei Kindern helfe, die älter seien als zwei Jahre. Anwältin Karin Prutsch versucht, die Therapie rechtlich durchzusetzen, bisher vergeblich: Das Zivilgericht lehnte den Antrag auf einstweilige Verfügung ab. Prutsch brachte ihn am 5. Juli erneut ein, unterstützt von Gutachten. Binnen sieben Werktagen muss die KAGES reagieren, die Frist läuft am Montag ab.

Die Volksanwaltschaft hat unterdessen Stellungnahmen der Landesregierung und der Sozialversicherungsträger besorgt. „Aus denen ergibt sich jedoch eine ablehnende Haltung hinsichtlich der Behandlung mit Spinraza“, lässt Volksanwalt Kräuter mitteilen. Man sei deshalb an Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, ÖVP, herangetreten, „um die Bewilligung einer Behandlung zu unterstützen“.