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Chronik Österreich
07/03/2020

10,5 Jahre Haft nach Überfall auf Geldtransporter in Linz

Mehr als zwei Millionen Euro Beute: Der Geldbote war unter den Angeklagten.

Im Prozess nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Februar 2019 in Linz sind die drei Hauptangeklagten am Freitag zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Unter den Angeklagten war auch einer der Geldboten - er erhielt zehn Jahre -, der gemeinsam mit seinem Bruder und einem Freund, die jeweils 10,5 Jahre ausfassten, die Tat durchgeführt haben soll. Bei dem Überfall waren rund 2,1 Millionen Euro erbeutet worden, von denen nur ein kleiner Teil sichergestellt werden konnte. Das Geld müssen die Angeklagten laut Urteil zurückzahlen. Den zweiten Geldboten, der nichts mit der Tat zu tun hatte, müssen sie 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Neben den drei laut Anklage ausführenden Tätern - ein irakisches Brüderpaar und ein Armenier - mussten sich noch fünf Helfer, darunter auch die Freundin, die Schwester und eine Tante des Armeniers, verantworten. Den fünf mutmaßlichen Handlangern, von denen einer nicht vor Gericht erschien, wurde Hehlerei bzw. Geldwäscherei zur Last gelegt. Zwei dieser Angeklagten wurden zu sieben bzw. sechs Monaten - jeweils bedingt - verurteilt, die übrigen freigesprochen.

Mit Pistole bedroht

Zwei Geldboten wollten in den frühen Morgenstunden des 13. Februar einen Bankomat in einem Nachtklub in der Innenstadt befüllen. Als der Fahrer den Laderaum öffnete, wurde er von einem mit einer Pistole bewaffneten Maskierten überwältigt, in den Wagen gestoßen, gefesselt und geknebelt. Sein 24-jähriger Kollege wurde mit einer Pistole bedroht und genötigt, sich ans Steuer zu setzen und zu einem Parkplatz an der Donaulände zu fahren. Dort bekam er einige Faustschläge versetzt, musste mit seinem Kollegen und einem Räuber die Geldboxen öffnen und den Inhalt in einer Sporttasche verstauen. Damit flüchteten die Täter.

DNA-Spuren und Handydaten

Bei den Ermittlungen entstand schnell der Verdacht, dass einer der Geldboten etwas mit der Sache zu tun habe. So hätte der Iraker mehrmals die Möglichkeit gehabt, einen stillen Alarm auszulösen, ohne dass es jemand gemerkt hätte, sagte die Staatsanwältin. Er tat es aber nicht. Von seinem Bruder, den er per SMS von einer Routenänderung des Transporters informiert haben soll, wurde DNA an den zum Fesseln verwendeten Klebebändern gefunden. Die Anklage stützt sich unter anderem auf DNA-Spuren und Handyauswertungen. Die Beschuldigten - mutmaßliche Haupttäter ebenso wie mutmaßliche Helfer - stritten die Vorwürfe alle ab. Bei einer Verurteilung drohen den Hauptangeklagten bis zu 15 Jahre Haft, den anderen bis zu zehn Jahre.

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