© Bundesheer.at / Leonardo

Chronik Österreich
09/24/2020

Präsentation des neuen Heeres-Helis fiel Sturmwarnung zum Opfer

Ein "Leonardo"-Hubschrauber hätte in Aigen hergezeigt werden sollen. Freude in der Landespolitik war auch ohne ihn ungetrübt.

von Elisabeth Holzer

"AW 169 M" von Leonardo ist schneller, größer und stärker als die "Alouette III". Aber auch der beste italienische Hubschrauber muss vor Sturm passen, oder bessergesagt: vor einer Sturmwarnung in Bozen. Deshalb fiel die Präsentation des AW 169 M Donnerstagmittag in Aigen im Ennstal flach.

"In Herzen der Steirer"

Die Freude der steirischen Landespolitiker an dem Termin war dennoch ungetrübt, sichere doch der Kauf der 18 neuen Helikopter den Standort der Kaserne Aigen "auf Jahre und Jahrzehnte" , wie Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) betonte. 

"Danke, Klaudia, damit hast du einen Platz in den Herzen der Steirer", versprach Schützenhöfer Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. "Das ist nicht einfach."

Die Ressortchefin hat erst zu Wochenbeginn die Entscheidung für den Hubschrauber des italienischen Produzenten Leonardo bekannt gegeben. 18 Stück werden es, die ab Mitte 2022 einfliegen. Da die "Alouette III" dann noch in Betrieb sein wird, sei ein nahtloser Übergang im Heereshelikopterbetrieb gesichert.

250 Arbeitsplätze

"Die schier nicht endenwollende Diskussion um den Standort Aigen ist hiermit endlich erledigt", betonte Tanner am Donnerstag. "Das ist nicht nur wichtig für das Militär, sondern auch für die Region."

Tatsächlich hängen rund 250 Arbeitsplätze am Flugbetrieb in der Kaserne Aigen, wo zwölf der Hubschrauber stationiert werden. Die restlichen sechs landen in der Fliegerabwehrschule in Langenlebern in Niederösterreich.

Die Diskussionen um potenzielle Nachfolger für die in die Jahre gekommenen Transporthubschrauber Alouette III - die Helikopter kamen erstmals 1967 beim österreichischen Militär zum Einsatz - dauert schon mehr als zehn Jahre. Immer wieder wurde auch der Standort in der Obersteiermark in Frage gestellt.

"Vertröstungen und Verdächtigungen"

"Ich weiß nicht, wie viele Auseinandersetzungen, dringliche Anfragen, Resolutionen wir im Landtag schon gehabt haben", überlegte Landeschef Schützenhöfer. "Es gab Vertröstungen, Verdächtigungen, vielleicht auch politische Intrigen. Aber gut Ding braucht Weile."

Drei Millionen Euro für Kaserne

Mit der Entscheidung für den bis zu 283 km/h schnellen AW169 M fließt auch Geld in die Erneuerung der obersteirischen Kaserne, sicherte Tanner am Donnerstag zu, drei Millionen Euro nämlich. Der Kauf der 18 Hubschrauber soll bekanntlich 300 Millionen Euro kosten.

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