© Teresa Sturm

Chronik Österreich
10/29/2021

Österreichs erstes Haus aus dem 3-D-Drucker entsteht

Die Technologie des 3-D-Betondrucks ist noch jung, hat aber den Vorteil, die Bauzeit zu verkürzen.

von Teresa Sturm

Es hat etwas Meditatives, dem Druckkopf zuzusehen, wie er vorprogrammiert seine Runden über einer Betonmauer dreht. Langsam wird Schicht für Schicht Trockenmörtel aufgetragen. Einen Meter pro Sekunde legt die Maschine dabei zurück. Entstehen wird hier in kurzer Zeit das erste Gebäude Österreichs, das aus dem 3-D-Drucker stammt.

Zuerst war der Plan ein anderer: Auf dem Firmengelände des Bautechnologiekonzerns Strabag in Hausleiten (Bezirk Korneuburg) sollten neue Büroflächen entstehen. Von der Partnerfirma Peri kam das Angebot, eine „zukunftsträchtigere Baumethode“, wie es seitens der Strabag heißt, anzuwenden: 3-D-Betondruck. Peri stellt Schalungs- und Gerüsttechnik her und hat im Vorjahr bereits den 3-D-Druck der ersten Gebäude in Deutschland fertiggestellt. Nun entsteht der 125 Quadratmeter große Bürozubau in Niederösterreich.

Schichtweise aufbauen

Bei dem Projekt darf man sich aber keinen großen Drucker vorstellen, wie man ihn aus dem Büro kennt, erklärt der Leiter der Abteilung House Printing bei Peri, Fabian Meyer-Brötz. „Bei 3-D-Druck sprechen wir immer von einem schichtweisen Aufbau von Strukturen. Das kennt man von Kunststoff und Metallen. Das tun wir hier auch, nur, dass unsere Schichten wesentlich größer sind als sonst.“

Es sei mittlerweile bei den meisten Bauprojekten gängige Praxis ein 3-D-Modell anzufertigen. „Das wird automatisiert in einen Maschinencode übersetzt, und dann macht die Maschine den Rest und fährt eben die Spuren des 3-D-Modells entsprechend ab“, sagte der Fachmann.

Zusätzlich gibt es Fachkräfte, die die Maschine überwachen und dazwischen manuelle Arbeit verrichten können, wie das Verlegen von Rohren und Anschlüssen. Für die neue Technologie braucht es also auch weiterhin ausgebildetes Personal. Bei der nun angewendeten Technologie bewegt sich der Druckkopf über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen. Dadurch bewegt sich der Drucker innerhalb der Konstruktion und muss nur einmal kalibriert werden.

Durch die Druckgeschwindigkeit kann die Bauzeit deutlich verkürzt werden. Der Rohbau in Hausleiten braucht etwa nur 45 Stunden reine Druckzeit. Auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten als beim klassischen Betonbau soll es geben. So ist es möglich, die Formen architektonisch ansprechend abzurunden.

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