Ö3-Jugendstudie: Jede 4. junge Person fühlt sich psychisch belastet

38 Prozent der Befragten nehmen psychische Probleme als Tabuthema wahr, über das man nicht sprechen sollte.
Jugendliche stützen den Kopf auf den Arm.

Zusammenfassung

  • Laut Ö3-Jugendstudie fühlt sich jede vierte junge Person psychisch schlecht, wobei 59% Ängste wegen globaler Krisen angeben.
  • Der BÖP fordert rasches Handeln und betont die Bedeutung klinisch-psychologischer und schulpsychologischer Unterstützung für Jugendliche.
  • Projekte wie "Gesund aus der Krise" und der Ausbau der Schulpsychologie werden als zentrale Maßnahmen zur Prävention psychischer Erkrankungen hervorgehoben.

Ein Großteil der jungen Menschen in Österreich blickt optimistisch in die eigene Zukunft, laut der Ö3-Jugendstudie 2026 sind es rund 86 Prozent. Dennoch bestehen unter Jugendlichen erhebliche Sorgen: Insbesondere finanzielle Unsicherheiten, soziale Unruhen, Zuwanderung, Wirtschaftskrisen und Umweltprobleme belasten die Generation Z. Insgesamt gaben 59 Prozent der Befragten an, dass ihnen die globale Lage – insbesondere in Bezug auf Klima, Kriege und Armut - Angst bereitet. Darüber hinaus berichteten 26 Prozent, dass sie sich psychisch eher schlecht oder sehr schlecht fühlen, während 38 Prozent psychische Probleme als Tabuthema wahrnehmen, über das nicht gesprochen werden sollte.

"Es ist wichtig, psychische Belastungen junger Menschen ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, ist in Zukunft mit einer Zunahme psychischer Erkrankungen zu rechnen", sagt Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen (BÖP). 

Jugendliche fordern Veränderung an Schulen 

Viele Jugendliche fordern zudem Veränderungen im Bildungssystem. Aus der Studie geht hervor, dass sich die Generation Z insbesondere mehr lebenspraktisches Wissen, eine stärkere Förderung von Allgemeinbildung, mehr Raum für Diskussionen sowie interaktive Lernformate wünscht. Wimmer-Puchinger hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Schulpsychologie hervor und weist darauf hin, dass Lehrkräfte unter erheblichem Druck stehen und durch schulpsychologische Unterstützung entlastet werden können.

An der Ö3–Jugendstudie nahmen im März 2026 rund 13.500 Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren teil. Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse unterstreicht der Berufsverband Österreichischer Psychologen (BÖP) die Bedeutung der Psychologie – insbesondere der Klinischen Psychologie und der Schulpsychologie – im Umgang mit jungen Menschen.

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