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Chronik Österreich
10/02/2021

Nichts zu lachen: Die verlorene Ehre von Luxi dem Clown

Ein Video zeigte einen Wiener Clown, der heftig mit einer Frau aneinandergeraten war. Der Mann sieht sich als Opfer.

von Markus Strohmayer

Luxi der Clown unterhält Kinder seit 25 Jahren. Er ist gefragt: Hochzeiten, Kirtage, sogar für den Red Bull Ring wurde er schon gebucht. Doch richtig bekannt wurde er erst vor Kurzem beim Wiener Neubaugassen Flohmarkt. Dort verschaffte dem sonst tanzenden und zaubernden Clown eine handfeste Auseinandersetzung mit einer Frau zweifelhaften Ruhm.

Dabei verlief zunächst alles so friedlich: Sonniges, für Mitte September warmes Wetter, geschäftiges Treiben und mittendrin ein Clown, der die Neubaugasse auf und ab spazierte und dabei Ballons an die Kinder verteilte.

Seine Tasche voll mit Ballons, Zaubertricks und Schminke – typischer Clownausrüstung eben – hatte Luxi auf einer Bank abgestellt. Als er zurückkam, saß dort eine Frau und kramte offenbar in seiner Tasche. „Sie suchte Geld“, vermutet der Entertainer. Der Clown fand das gar nicht lustig und stellte sie zur Rede.

Die ertappte Frau, sie könnte laut Zeugen betrunken gewesen oder psychisch krank sein, reagierte Luxi zufolge sofort aggressiv: „Sie sagte, was willst du Trottel und trat nach mir.“ Es entwickelte sich eine lautstarke Diskussion im Zuge derer die Frau laut dem Clown nicht nur weiter pöbelte, sondern ihm auch einen Hieb mit ihrem Einkaufssackerl – angeblich gefüllt mit Flaschen – auf die Schulter verpasste.

Daraufhin eskalierte die Situation. Vollkostümiert schubste Luxi die Frau auf die Sitzbank. Auch sie holte aus, verfehlte den Clown aber. Dieser versetzte ihr daraufhin erneut einen wuchtigen Stoß. Das ging zwölf Sekunden so. Sekunden, in denen zahlreiche Passanten zuschauten, aber niemand eingriff. Und auch Sekunden, die ein Unbekannter mit seinem Smartphone filmte.

Die Sequenz teilte die Person in den sozialen Medien, wo sich die Bilder des „Horrorclowns“ rasch verbreiteten.

Eine schreckliche Ungerechtigkeit, wenn es nach dem Luftballonakrobaten geht: „Niemand konnte auf dem Video sehen, dass mich die Frau zuerst geschlagen hat. Ich wurde in den Medien als Prügelclown bezeichnet, dabei habe ich mich nur gewehrt.“

Das Geschäft leidet

Während im Internet spekuliert wurde, wer der „böse Clown“ denn sei, ging dieser in die Offensive und erstattete Anzeige gegen die nach wie vor unbekannte Frau, die sich nach der Konfrontation aus dem Staub gemacht hatte. Auch im Spital war Luxi laut eigenen Angaben, da seine Schulter Tage nach dem Zwischenfall immer noch schmerzte.

Viel mehr trifft den Clown aber, was die Leute nun über ihn denken. „Man kennt mich in der Mariahilfer Straße, am Stephansplatz und im Prater als lustigen Clown, der Kindern Ballons schenkt – was müssen die jetzt denken? Das ist extrem schlecht für meinen Ruf.“

Der 61-Jährige erzählt, dass in den Tagen danach sein Handy vor Nachrichten und Anrufen nur so überging. Freunde und Bekannte wollten wissen, was passiert sei, „so kenne man ihn gar nicht“. Und auch auf das Geschäft soll sich die hitzigen Szenen auswirken. Es gebe keinen Tag, an dem er nicht gefragt werde, ob er der Clown aus dem Video sei.

Luxi will jetzt nicht nur, dass die Frau in dem Video ausgeforscht wird, sondern auch, dass jene Person sich meldet, die mitgefilmt hat. Der Clown hofft, dass es noch mehr Material gibt, das zeigt, dass ursprünglich er attackiert wurde. Er will seinen Ruf wiederherstellen. Dass ihn ein Video in so schlechtes Licht rückt, nimmt ihn mit: „Ich liebe diesen Job und vor allem die Kinder und dann passiert so was.“

Kamerascheu will der Artist deshalb aber nicht werden: „Es gibt Bilder von mir mit dem ehemaligen Bürgermeister Häupl. Ich habe Minister und Bezirksvorsteher getroffen. Und natürlich Hunderte Fotos mit Eltern und Kindern gemacht. Die wird es auch weiterhin geben.“

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