Chronik | Österreich
30.09.2018

„Man muss schon der Typ dafür sein“

Leben im Studentenheim: Die Gemeinschaft ist der große Vorteil

Aus dem Waldviertel hätte sie täglich eineinhalb Stunden nach Wien pendeln müssen. Das kam für Daniela S. (Bild li.) nicht infrage. Deswegen hat sie sich vor vier Jahren zu Studienbeginn umgesehen, welche Wohnform sie sich vorstellen und leisten kann. Beim Wohnheim wurde sie fündig – ihre Entscheidung hat sie bis heute nicht bereut.

„Die Miete steigt zwar jedes Jahr ein bisschen, aber rund 250 Euro pro Monat sind preislich unschlagbar“, erklärt die 24-Jährige. Sie wohnt in einem Doppelzimmer und teilt es sich ab diesem Semester mit ihrer Schwester. „Da kann man leichter mal sagen, wenn einen was stört. Mit meiner ersten Mitbewohnerin – ich kannte sie nicht – war es am Anfang schon komisch, wenn man plötzlich vier Meter von einer fremden Person entfernt schläft“, erzählt die Journalismus-Studentin.

Das Studentenwohnheim befindet sich in direkter Näher zur Mariahilfer Straße. Preis und Lage sind für Daniela aber nur zwei der wichtigen Gründe, warum sie „sich schon vor dem Tag fürchtet, an dem sie aus dem Studentenheim ausziehen muss“, wie sie erzählt. Ihr geht es vor allem um die Gemeinschaft. „Es ist wie eine zweite Familie. Es ist immer wer da, man ist nie alleine. Bei uns wird großer Wert auf Gemeinschaft gelegt, das ist nicht in allen Heimen so“, fährt sie fort. Zu Beginn jedes Semesters würde es zahlreiche Veranstaltungen geben, wo sich jeder kennenlernen kann. Später spiele die Gemeinschaftsküche eine große Rolle in der Interaktion, wo man sich abends über den Tag austausche. Und auch sonst könne man jederzeit an Türen klopfen und plaudern.

Dünne Wände

„Man muss aber auch der Typ dafür sein“, gesteht Daniela ein, die derzeit ihren Master absolviert. „Wenn man lieber alleine ist, ist man in einer Wohnung besser aufgehoben.“ Natürlich gebe es aber auch Nachteile in einem Studentenwohnheim. „Die Wände sind recht dünn, wenn der Nachbar Musik hört, höre ich mit. Meine Schwester lässt überall ihr Zeug liegen und in der Nacht dreht sie ihr Handy nicht auf lautlos“, erzählt die 24-Jährige, die am Wochenende immer ins Waldviertel pendelt, um dort ihrem Nebenjob nachzugehen, ohne den sie sich ihr Leben nicht finanzieren könnte.