Chronik | Österreich
19.07.2017

Kurioser Ausbruchsversuch in Graz scheiterte

Häftling der Karlau wollte mit Löffel ein Loch in die Gefängnismauer stemmen.

"Der Versuch war aus meiner Sicht zwecklos", betont Gerhard Derler, stellvertretender Leiter der Justizanstalt Graz-Karlau: Selbst wenn es der Insasse geschafft hätte, sich aus seiner Zelle zu graben, wäre er nur im ummauerten Innenhof des Gefängnisses gestanden.

Dienstagnachmittag entdeckten Justizwachebeamte bei der Routinekontrolle, dass im Einzelhaftraum der Putz bröckelte. Und mehr noch: Auf einer Fläche von 30 mal 30 Zentimetern war er abgekratzt, die Ziegelsteine sichtbar. Auch die Füllung zwischen den Ziegeln war teilweise entfernt. Der Häftling er sitzt wegen eines Raubdeliktes gab zu, dass er ausbrechen wollte. Allerdings war sein Hilfsmittel auf dem Weg in die Freiheit denkbar ungeeignet: Der Mann benützte einen Löffel.

Halber Meter dick

Um damit tatsächlich ein Loch in die Wand zu stemmen, wäre viel Zeit nötig gewesen: "Die Außenmauern sind zwischen einem halben und einem dreiviertel Meter dick", rechnet Oberstleutnant Derler vor. Dahinter befindet sich aber immer noch Gefängnisareal: Der Mann hätte nur in den überwachten Hof springen können. "Er hätte danach weitere zwei Hürden überwinden müssen, um hinaus zu gelangen."

Das Loch wurde wieder verputzt, der Insasse in eine andere Zelle verlegt. Strafbar ist ein Ausbruchsversuch nicht, allerdings könnte den Verdächtigen ein Verfahren wegen Sachbeschädigung erwarten. Schwerer Sachbeschädigung sogar, weil die Karlau eine Sicherheitseinrichtung ist.

Sicherheitsmaßnahmen retteten Mittwoch einem Insassen das Leben: Jener wegen Mordes verurteilte Mann, der einen Zellenkollegen erschlagen haben soll, versuchte Suizid zu begehen. Dank Videoüberwachung wurde das verhindert.