Kraftwerk aus Zeit der Monarchie soll abgerissen werden

Die 125-jährige Anlage soll baufällig sein, doch das Bundesdenkmalamt stoppte das Abbruchvorhaben vorerst.
Die alte Wechselstromanlage im Inneren des baufälligen Gebäudes.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Kamptal damit begonnen, Strom zu erzeugen. Am 6. Jänner 1898 ging das vermutlich älteste Wechselstromkraftwerk der ehemaligen Monarchie im Bezirk Zwettl in Betrieb. Vor rund 15 Jahren wurde die Anlage stillgelegt. Nun muss das historische Gebäude aus Sicht der Sparkasse Zwettl Privatstiftung abgerissen werden.

Das Kraftwerk sei mittlerweile baufällig und einsturzgefährdet, teilte die Eigentümerin mit. Die Turbine, der Generator und die Steuerzentrale sollen jedoch vorab gesichert werden. Ziel sei es, das "bedeutende Industriedenkmal" langfristig zu erhalten. Wie und wo die technischen Komponenten ausgestellt werden, steht derzeit nicht fest.

Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme der Anlage.

Die Anlage ist über 125 Jahre alt.

Amt prüft Abriss

Ursprünglich war geplant, die rund zwei Monate dauernden Abrissarbeiten Mitte März aufzunehmen. Das Vorhaben habe die Stiftung bereits mit der zuständigen Naturschutzbehörde und der Wasserrechtsabteilung abgestimmt. So soll der reibungslose Ablauf im "sensiblen Naturraum des Kamptals" gewährleistet werden.

Doch noch steht das historische Kraftwerk. Grund dafür ist ein Schreiben, das die Eigentümerin kürzlich erreichte. Das Bundesdenkmalamt kündigte darin Untersuchungen an. Vorerst liege das Projekt nun auf Eis, schildert Vorstandsmitglied Thomas Weiss. "Wir müssen die Situation jetzt im Detail überprüfen", fasst er den aktuellen Stand zusammen.

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