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Chronik | Österreich
06/05/2019

Kleinen Hund in Kloschüssel gedrückt: Täter muss in Therapie

20-Jähriger wollte sich an der Ex-Freundin rächen, misshandelte ihren Hund und schickte ihr dann ein Video davon.

Der junge Mann greift nach dem weißen Malteser, wirft ihn mehrfach gegen die Wand. Der Hund jault, der junge Mann grinst in die Kamera. In einer anderen Szene kauert das Tier verschreckt im Raum. Der junge Mann nimmt Anlauf und tritt auf den Hund ein. Dann nimmt er ihn hoch, steckt ihn in die Kloschüssel. „Spül’ runter!“, fordert ihn ein Zweiter auf, der die Szenen mit dem Handy aufnimmt.

Die Videos entstanden am 1. März in einer Wiener Wohnung und verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Der 20-Jährige aus dem Video stand am Dienstag vor dem Richter. „Ja, ich hab das gemacht“, gibt er zu. „Aber der M. (er hat das das Video aufgenommen, Anm.) hat mich mit einem Messer dazu gezwungen“, erzählt er plötzlich. Die jungen Männer seien wütend gewesen, weil sie auf den Hund der Ex-Freundin aufpassen mussten. Das Tier hätte in die Wohnung gekotet, die Freundin habe die Anrufe nicht entgegengenommen. „Wir wollten uns rächen, damit sie den Hund abholt.“ Zuvor habe man ordentlich Alkohol getrunken.

Der Richter zeigt die veröffentlichten Videos – der Angeklagte schaut ohne erkennbare Regungen zu. „Ich habe Angst gehabt wegen dem Messer“, sagt er. „Sie wirken nicht sehr ängstlich“, stellt die Staatsanwältin fest.

Das Video der Tierquälerei schickte der 20-Jährige (er ist besachwaltet) an die Freundin. Zehn Minuten später stand bereits die Polizei vor der Tür und holte den Hund ab. Wenig später war die Polizei wieder vor Ort und schützte den 20-Jährigen vor einer wütenden Menge, die ihn wegen des bereits online gegangenen Videos verprügeln wollte. „Ich habe Morddrohungen bekommen.“

Der Richter fällt einen Schuldspruch (nicht rechtskräftig) – allerdings ohne Strafe. Der 20-Jährige muss zur Psychotherapie.