Neustadt-Propst leitet Hospiz in Jerusalem

Wiens neuer Erzbischof Josef Grünwidl schickt Dompropst Franz Xaver Brandmayr als Rektor in die Heilige Stadt.
Jerusalem Old City Roofs

Die diesjährige Frühjahrstagung der Österreichischen Bischofskonferenz – diesmal im Bildungshaus „Haus der Frauen“ im oststeirischen St. Johann bei Herberstein – war eine Premiere für Josef Grünwidl: Erstmals nahm er als Wiener Erzbischof an dieser Zusammenkunft teil.

Dreimal jährlich treffen einander die zehn Diözesan- (inkl. Militärdiözese), fünf Weihbischöfe, der Abt von Mehrerau (Vbg.) sowie der Generalsekretär der Bischofskonferenz – bei den Tagungen zuvor war Grünwidl als Apostolischer Administrator dabei.

Eine schon länger anstehende Personalentscheidung wurde nun bei der Frühjahrstagung getroffen: die Leitung des Österreichischen Hospizes in Jerusalem. Ab 1. September wird der derzeitige Wiener Neustädter Dompropst Franz Xaver Brandmayr als Rektor des Hauses fungieren. Der 70-Jährige hat bereits als Rektor des Päpstlichen Instituts Santa Maria dell’Anima in Rom (2008–2020) internationale Erfahrung gesammelt und gilt als kirchlich bestens vernetzt. Die Neubesetzung wurde notwendig, weil der frühere Rektor, der burgenländische Diözesanpriester Markus Stephan Bugnyár (2004–2024), wegen des Vorwurfs eines schwerwiegenden Fehlverhaltens gegenüber einem Mitarbeiter dienstfrei gestellt worden war (der Fall liegt zur Prüfung in der vatikanischen Klerusbehörde).

Der Wiener Erzbischof ist von Amts wegen Protektor des 1863 eröffneten Pilgerhauses und für die Ernennung des Rektors zuständig – die Entscheidung Grünwidls wurde von seinen Amtskollegen in St. Johann abgesegnet.

Vorsitzfrage noch offen

Noch nicht entschieden wurde diesmal die Nachfolge des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner als Vorsitzender der Bischofskonferenz, dessen sechsjährige Amtszeit ausläuft. Das soll bei der Tagung im Juni in Mariazell geschehen. Theoretisch könnte Lackner wiedergewählt werden, allerdings hat er bei der an die Tagung anschließenden Pressekonferenz klargemacht, dass er das nicht anstrebt: „Mein eigener Wunschkandidat bin ich nicht“, so Lackner. Zudem ist es von Rom gewünscht, dass ein Vorsitzender nicht während der sechsjährigen Periode das 75. Lebensjahr – die Altersgrenze, bei der Bischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten müssen – vollendet; Lackner aber wird heuer 70.

Traditionell ist der Erzbischof von Wien der Vorsitzende (Ausnahmen waren bisher außer Lackner die Salzburger Erzbischöfe Andreas Rohracher und Karl Berg sowie der Grazer Bischof Johann Weber). Allerdings ist Grünwidl eben erst ganz kurz im Amt – und es könnte sein, dass ihm noch eine „Schonfrist“ eingeräumt wird. Als möglicher neuer Vorsitzender wird immer wieder der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl genannt.

Neu vergeben wurden schon bei dieser Vollversammlung die Zuständigkeiten innerhalb der Bischofskonferenz. So wird Erzbischof Lackner (nach Krautwaschl) neuer Medienbischof, Manfred Scheuer (Linz) verantwortet den Bereich Weltkirche, Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt) die Ökumene. Für das neu geschaffene Referat „Gesellschaftliches Engagement“, zu dem auch die Laienorganisationen gehören, ist jetzt Bischof Hermann Glettler (Innsbruck) zuständig.

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